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Trikala
Trikala (328 km ab Athen, 61 km von Larissa)

Die heutige Stadt Trikala am Westende der thessalischen Ebene ist Homers "Trikke". Die Oberlieferung besagt, daß der Name
auf die Tochter des Pinios, Trikke, zurück-zuführen ist. Andere Quellen besagen, da
(3 hier eine Göttin der Heilkunde verehrt wurde.

Auch nimmt man an, daß Trikala Asklepios Geburtsort war. Hier stand der älteste Tempel (Oberreste befinden sich im SW der Stadt) des göttlichen Arztes, ein Heil-zentrum, gleich denen von Epidaurus und Kos. Die Verehrung des Asklepios wurde von Trikke den anderen Stätten überbracht.


Gekrönt von einer byzantinischen Burg, die auf dem Gipfel eines bewaldeten Berges genau an der Stelle erbaut ist, wo sich in der Antike die Akropolis befand, liegt die kleine malerische Stadt Trikala, links des Lethäos Flusses auf der Anhöhe von Agios Nikolaos, die von einem antiken Aquädukt durchzogen wird. Nach Strabo hieß die Stadt früher Doris, der Name Trikala kommt erst bei Anna Komnini vor (12 Jh.).



Der günstigen Lage wegen hatte die Stadt stets regen Handelsverkehr. In der Nähe der Kirche Panagia Phaneromeni gibt es in Trikala eine kleine Sammlung, wo man am Reichtum und der Vielfältigkeit der Funde erkennen kann, welch weitere Schätze die thessalische Erde birgt (den Schlüssel für sie bewahrt der Inspektor archäologischer Funde in Trikala auf). Nicht weit vom Asklepios-Tempel steht die Burg von Trikala. Sie wurde auf Uberresten aus der hellenistischen Epoche in byzantinischer Zeit erbaut. Während der Türkenherrschaft fanden an der Burg viele Veränderungen statt. Vom Hügel des Propheten Elias, wo sich auch der Stadtpark und der Zoologische Garten befindet, hat man eine herrliche Aussicht über die Ebene mit den kleinen und größeren Dörfern, die wie Schmuckstücke verstreut liegen, und den Fluß, der sich dazwischen durchschlängelt. Die Kirchen Agios Dimitrios und Agii Anargiri runden das byzantinische Bild der Stadt ab.


Kalambaka (349 km von Athen, 21 km von Trikala)
Wenn man Trikala in Richtung Norden verläßt, kann man unterwegs manch lohnenden Abstecher zu einem der vielen Dörfer oder alten Klöster jenseits der Nationalstraße machen. Am bekanntesten ist wohl das Vitoumas-Kloster, das beim Dorf Peristera sehr malerisch am Fuß des Koziakas-Gebirges liegt und berühmt ist für die kostbaren Webstoffe und Messgewänder, die hier hergestellt werden. Kalambaka, letzte Zwischenstation vor den Meteora-Klöstern, ist eine hübsche Stadt unterhalb der majestätisch aufragenden grauen Meteora-Felsen, wo der Pinios das Pindos-Gebirge verläßt. Die Mariä Himmelfahrt geweihte Kathedrale (1. Hälfte des 12. Jh.s.) liegt etwas erhöht auf einem Hügel und ist wegen ihrer Ikonen und insbesonders der Wandmalereien sehenswert, mit denen der Mönch Neophytos, Sohn des kretischen Hagiographen Theophanes Strelitzas die Kirche im Jahre 1573 ausmalte. Meisterwerke sind auch der Marmor-Ambo (Lesepult), das marmorne Tabernakel und das Synthronon (Klerusbank) im Altarraum. Nicht weit von der Kathedrale liegt die Allerheiligen-Kapelle mit Wandmalereien aus dem 18 Jh. und die Kirche Ai Giannis Prodromos (Johannes der Täufer), bei deren Bau Teile eines antiken Tempels sowie Tafeln mit römischen Inschriften verarbeitet wurden


Meteora
Die Meteora-Klöster liegen genau an der Stelle im Zentrum Griechenlands, wo der Pinios Fluß die Enge des Pindos-Gebirges verläßt, um in die thessalische Ebene hinabzufließen. Wie dunkle Stalagmiten ragen wuchtige Felsen, von den Stürmen der Zeit zu diversen Formen gebildet, aus der Erde und geben den Anschein, als hätte sie die Natur so geformt, um diejenigen zu beherbergen, die sich vom Glauben an Gott geleitet - in die Einsamkeit zurückziehen und sich einzig und allein der Anbetung Gottes widmen. Die Klöster mit den Söllern und Gesimsen krönen die Gipfel dieser wuchtigen Felsen und ragen über die Schluchten, abgeschieden und einsam in einer unvergleichlichen Landschaft, die mit dem Pindos-Gebirge, dem Fluß und der weiten Ebene, den Wäldern, Schluchten und malerischen Dörfern zu den schönsten Gegenden der Welt zählt. In spätbyzantinischer Zeit und während der Türkenherrschaft war diese Mönchsrepublik oft Zufluchtsort für Verfolgte. Auf diesen kahlen und schwer zugänglichen Felsen entstand ein Zentrum byzantinischer Kunst.
Die Geschichte der Mönchsrepublik Meteora begann im 11. Jh. Die ersten Eremiten ließen sich im 9. Jh. in den Schluchten und Höhlen dieser Felsen nieder. Am Sonntag und zu den großen kirchlichen Festen versammelten sie sich auf dem Felsen von Doupiani bei Kastraki, wo später auch die Marien-Kirche und das Kloster errichtet wurden, um die Messe zu lesen. Im Laufe der Zeit entstand dann daraus die Skiti (Gemeinschaft) von Doupiani bzw. Stagi.


Die Entwicklung dieser Mönchsgemeinschaft läßt sich in Einzelheiten aber erst ab dem 14. Jh., also etwa 300 Jahre später verfolgen, als die ersten Klosterbauten entstanden. Zwischen 1356 und 1372 gründete Athanasios Kinovitis, auch "Meteoritis" genannt, auf dem Plateau des höchsten Felskegels das Metamorphosis-Kloster, das sich später zum bedeutendsten aller Meteora-Klöster entwickelte und von da an nur noch das "Große Meteoron" (das zwischen Himmel und Erde schwebende) hieß. Frauen war der Zutritt zum Kloster laut Erlaß des Athanasios streng untersagt. Der Sohn des Serbenkönigs Simeon Uresis und Schüler des Athanasios, Johannes Uresis, lebte nach seinem Verzicht auf den Thron lange Jahre als Mönch loasaph in diesem Kloster, das nicht zuletzt ihm seinem Reichtum verdankt. Seine Blütezeit erlebte das Mönchstum auf den Meteora-Felsen im 15. und 16. Jh. Danach begann der Niedergang; von den insgesamt 24 Klöstern verfielen die meisten nach und nach, und heute sind nur noch 5 bewohnt: das Große Meteoron, das Varlaam- und das Agia Triada-Kloster von Mönchen, das Agios Stefanos- und das Roussanou-Kloster von Nonnen. Der Besuch jedes einzelnen Klosters ist sehr interessant. Eine gute asphaltierte Straße zieht sich zwischen den Klöstern hin und erleichtert den Besuch. 21 km sind es ab Kalambaka und zurück und hierbei kann man die wichtigsten Klöster besuchen.

Auf der Straße zu den Klöstern sieht man auf der linken Seite am Fuß des Felsens die Skiti Doupiani, wo heute die Muttergottes-Kirche aus dem 12. Jh. steht. Hier sind auch die Oberreste der Klöster Pantokrator und Doupiani zu sehen. Das nächste Kloster an der Straße zum Großen Meteoron ist das des Agios Nikolaos Anapafsas (15. Jh.) Die Kirche wurde um 1510 erbaut und 1527 von dem bedeutendsten Meister der Kretischen Schule, Theophanes Strelitzas ausgemalt; diese Wandmalereien sind noch in sehr gutem Zustand erhalten. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Ruine des Klosters Agia Moni (1315).

Nach 6 km teilt sich die Straße: nach Norden zum Großen Meteoron, nach Süden zum Stefanos-Kloster. Rechts an der Weggabelung liegt das Nonnenkloster Moni Roussanou, wahrscheinlich 1288 gegründet, das 1545 renoviert und zum Kloster umgebaut wurde; die Wandmalereien aus dem Jahre 1560 sind Werke der Kretischen Schule. Weiter in Richtung Süden fahrend erreichen wir das Dreifaltigkeits-Kloster Agia Triada, zwischen 1458 und 1476 von dem Mönch Domitios erbaut, das über eine steile Wendeltreppe mit 140 Stufen zu erreichen ist.

Am Ende der Straße schließlich liegt das Nonnenkloster Agios Stefanos, zu dem ein sehenswertes Museum gehört. Der Fels, vom Berg durch eine Schlucht getrennt, ist mit diesem durch eine Brücke verbunden. Zum erstenmal erwähnt wird das Kloster in Achiven vom Beginn des 14. Jh.s., und seit dem Besuch de Kaisers Andronikos III. Paläologos führt es den Beinamen "königlich". In der dem Hlg. Haralambos geweihten Hauptkirche (1798) wird das Haupt des Heili gen aufbewahrt. Die ursprüngliche Klosterkirche (1350) ist reich an Wandmale reien, vergoldeten Holzschnitzereien und alten Ikonen, die jeden Besucher tiel beeindrucken.

Wir fahren zur Weggabelung zurück und nehmen nun die Straße in Richtunc Norden, die uns zunächst zum Varlaam-Felsen führt. Das gleichnamige Klo ster, zu dem man über 195 Stufen hinaufsteigt, wurde 1517 von Theophanes unc Nektarios, Söhnen einer reichen Familie aus Ioannina, an der Stelle neuge gründet, an der sich einst die Einsiedelei des Varlaam befunden hatte. Die Hauptkirche "Allerheiligen" wurde 1548 von dem bedeutenden Heiligenmaler Frankos Katelanos ausgemalt, die Wandmalereien im Narthex datieren aus den Jahr 1566. Die den drei Hierarchen geweihte Nebenkapelle wurde 1627 restau riert.

Die Straße endet beim Kloster Meteoron, dem größten und bedeutendster aller Klöster. Es konnte in der Vergangenheit nur über eine Strickleiter oder ir einem Korb, in dem die Mönche den Besucher hinaufzogen, erreicht werden Heute gelangt man über 115 steile, unregelmäßige in den Felsen gehauene Stufer hinauf. Sein Reichtum verhalf Meteoron zur Autonomie sowie zu wertvoller Kunstwerken, die der Besucher heute noch bestaunen kann. Man sollte nich versäumen, auch die Kirche Metamorphosis (Christi Verklärung) zu besichtigen Die Kirche mit der zwölfseitigen Kuppel weist herrliche Wandmalereien vor Theophanes Strelitzas (1552) und noch ältere (1484) im Altarraum auf. Bein Rundgang durch das Kloster stößt man auf den Speisesaal (heute Museum) mi dem riesigen Tisch und eine Bibliothek mit unzähligen Manuskripten unc seltenen Büchern.

Wenn man von diesen auf den steilen Felsen stehenden Klöstern einen Blicl über das Pindos-Gebirge und die thessalische Ebene davor wirft, kann man di( Eremiten verstehen, die diesen Ort wählten, um Gott zu dienen und ihn vielleicht auch selbst näher zu kommen.


Sonstige interessante Stätten
Von Trikala führt eine Straße nach Südwesten, am Portaikos, einem Pinios-Ne benfluß, entlang und erreicht durch die Ebene ziehend den Koziakas-Zugang Hier ist die Enge von Pili, die in der Antike als Durchgang und schnellster We von Epirus nach Thessalien diente.

Am Beginn des Koziakas (früher Kerketion) am Westufer des Flusses, dort, wo die thessalische Ebene endet und sich die ersten Berghöhen zeigen, ragen au einem Felsen Uberreste antiker Mauern empor. Wie Stephanos Byzantio! anführt, stand an dieser Stelle die antike Stadt Pialeia.
An der Stelle "Kleftovrissi" im nördlichen Koziakas sind noch einige Überreste der antiken thessalischen Festungsstadt Phaloiria vorhanden. Gegenüber den modernen Dorf im Nordwesten liegt Paleokastro an der Stelle der antiken Stad Gomfoi. Sie war die letzte westliche Stadt Thessaliens in der Antike und befand ich südlich des Pinios zwischen den Nebenflüssen Portaikos und Pamissos. Auf einer Anhöhe erbaut, von einmaliger strategischer Lage, diente die Stadt als Festung. Sie wurde im Jahre 48 v. Chr. von Julius Cäsar zerstört, als sie sich weigerte, ihm im Kampf gegen Pompejus beizustehen.

Im Nordwesten des Portaikos-Flusses an der Straßenabzweigung nach Porta-Panagia, liegt das Kloster Doussikou, (Megalon Pylon, 6 km nordwestlich des Dorfes) in 600 m Höhe, inmitten eines dichten Eichenwaldes. Den Bau des Klosters begann im Jahre 1522 der Hlg. Vissarion. Es ist von einer 10 m hohen Mauer umgeben. Das Klostergebäude selbst ist dreistöckig und besitzt 366 Zellen, sie symbolisieren die Jahrestage.

Das Refektorium, die Bibliothek mit den Manuskripten und anderen Kostbarkeiten sind Zeugen des einstigen Reichtums. Im Zentrum des Komplexes erhebt sich die byzantinische Kirche Metamorphosis tou Sotiros (Verklärung Christi) mit Wandmalereien von Theophanes (1557). Das Altargeländer wurde 1767 aus Holz geschnitzt und im Jahre 1813 von Experten aus Metsovo vergoldet. An der Westseite der Kirche liegt die sehenswerte Krypta mit drei kleinen Kapellen. Frauen ist der Besuch des Klosters leider untersagt. Im Westen, inmitten der herrlichen thessalischen Landschaft, liegt die Enge von Porta. Die Kirche der Muttergottes zu Porta wurde 1283 vom Herrscher loannis Komnenos Doukas oder nach anderen Quellen von Andronikos 111 im 14. Jh. erbaut und enthält schöne Mosaike (Ausk.: Agios Vissarion - Kloster, Tel. 0434/22.420). Nord-westlich der Hauptstraße, die Trikala mit Karditsa verbindet, liegt am Westhang eines felsigen Hügels Phanari, das mit der homerischen Stadt "Klomakoessa Ithomi" ("die felsenreiche") von der auch Strabo berichtet, identisch sein soll. An der nordwestlichen Seite des Hügels sind Reste griechischer Befestigungsmauern und auf dem Gipfel eine byzantinische Burg zu sehen.



Am Eingang zum Tempetal, 32 km von Larissa entfernt, liegt das Landstädtchen Ambelakia, das einmal nicht wegen seiner klassischen Vergangenheit berühmt ist, sondern wegen einer einmaligen Leistung in neuerer Zeit: im 18 Jh., lange vor vergleichbaren Organisationsformen in Westeuropa, gründeten seine Bewohner die "Gemeinsame Kompanie", die erste gewerbliche Produktionsgenossenschaft ihrer Art für die Verarbeitung und den Export des Markenartikels von Ambelakia, des roten Baumwollfadens. In ihrer Glanzzeit zählte die Genossenschaft, die in allen wichtigen Handelsstädten Europas Agenturen unterhielt, über 6000 Mitglieder.

Stattliche Zeugen dieser Zeit sind noch heute zu besichtigen: vor allem das Herrenhaus der Familie Schwarz, mit seinen Wandmalereien, holzgeschnitzten Verzierungen und buntbemalten Lichtluken, und die Kirchen Agios Georgios, Agia Paraskevi und Agios Athanasios. Nicht unerwähnt bleiben soll auch der berühmte einheimische Rose-Wein, der dem Dorf schließlich den Namen gab: Ambelakia "Weinberge". Heute setzen die Frauen von Ambelakia mit der staatlich geförderten Tourismus-Genossenschaft "Ferien auf dem Bauernhof" die Tradition ihrer Vorväter fort.



Nützliche Informationen

Verkehrsverbindungen
Per Bahn: Athen - Larissa; Larissa - Volos; Athen - Stavros; Stavros - Volos; Stavros - Karditsa, Trikala, Kalambaka.

Auskünfte: O.S.E. Hauptbüro Athen Karolou Str. 1-3, Tel. 5222.491 Sowie Sina Str. 6, Tel. 3624.402.

Per Bus: Athen - Karditsa; Athen - Larissa; Athen - Trikala; Athen - Volos Auskünfte: Athen, Liossion Str. 260



Nützliche Adressen und Telefonnummern

Touristenpolizeistation: Kalambaka: Hatzipetrou Str. 10, Tel. (0432) 22.813 Larissa: Papanastasiou Str. 86, Tel. (041) 227.900
Volos: Alexandras Str. 217, Tel. (0421) 27.094 Meteora-Klöster (Vorwahl 0432)
Großes Meteoron ("Metamorfossi tou Sotiros"): Tel. 22.278 Varlaam: Tel. 22.277
Agia Triada: Tel. 22.220
Agios Stefanos: Tel. 22.279
Roussanou: Tel. 22.649
Agios Nikolaos Anapafsas: Tel. 22.375


Heilbäder
Smokovo: 40 km südöstlich von Karditsa, Bade - und Inhalationskuren, gegen Rheuma, Arthrits, Erkrankungen der Atemwege, Frauenleiden.
Kaitsa: 46 km von Karditsa; Arthritis, allgem, Nervensystem, Kopfschmerzen.


Lokale Veranstaltungen
Ostersonntag:
Trachtentänze in Kalambaka und Kastraki. Wie überall in Griechenland wird auch in Thessalien nach altem Brauch das Lamm "am Spieß gebraten".

Mai:
Die "Karaiskakis" - Spiele, mit Trachtentänzen, Paraden und nachgestellten Szenen aus dem Freiheitskrieg gegen die Türken.

Mai:
Die "Chatzipetria" in Trikala, mit Sportveranstaltungen und Trachtentänzen.


Camping
Freies Zelten ist überall im Land untersagt.


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