Gekrönt von einer byzantinischen
Burg, die auf dem Gipfel eines bewaldeten
Berges genau an der Stelle erbaut ist,
wo sich in der Antike die Akropolis befand,
liegt die kleine malerische Stadt Trikala,
links des Lethäos Flusses auf der
Anhöhe von Agios Nikolaos, die von
einem antiken Aquädukt durchzogen
wird. Nach Strabo hieß die Stadt
früher Doris, der Name Trikala kommt
erst bei Anna Komnini vor (12 Jh.).
Der günstigen Lage wegen hatte die
Stadt stets regen Handelsverkehr. In der
Nähe der Kirche Panagia Phaneromeni
gibt es in Trikala eine kleine Sammlung,
wo man am Reichtum und der Vielfältigkeit
der Funde erkennen kann, welch weitere
Schätze die thessalische Erde birgt
(den Schlüssel für sie bewahrt
der Inspektor archäologischer Funde
in Trikala auf). Nicht weit vom Asklepios-Tempel
steht die Burg von Trikala. Sie wurde
auf Uberresten aus der hellenistischen
Epoche in byzantinischer Zeit erbaut.
Während der Türkenherrschaft
fanden an der Burg viele Veränderungen
statt. Vom Hügel des Propheten Elias,
wo sich auch der Stadtpark und der Zoologische
Garten befindet, hat man eine herrliche
Aussicht über die Ebene mit den kleinen
und größeren Dörfern,
die wie Schmuckstücke verstreut liegen,
und den Fluß, der sich dazwischen
durchschlängelt. Die Kirchen Agios
Dimitrios und Agii Anargiri runden das
byzantinische Bild der Stadt ab.
Kalambaka (349 km von Athen, 21 km
von Trikala)
Wenn man Trikala in Richtung Norden verläßt,
kann man unterwegs manch lohnenden Abstecher
zu einem der vielen Dörfer oder alten
Klöster jenseits der Nationalstraße
machen. Am bekanntesten ist wohl das Vitoumas-Kloster,
das beim Dorf Peristera sehr malerisch
am Fuß des Koziakas-Gebirges liegt
und berühmt ist für die kostbaren
Webstoffe und Messgewänder, die hier
hergestellt werden. Kalambaka, letzte
Zwischenstation vor den Meteora-Klöstern,
ist eine hübsche Stadt unterhalb
der majestätisch aufragenden grauen
Meteora-Felsen, wo der Pinios das Pindos-Gebirge
verläßt. Die Mariä Himmelfahrt
geweihte Kathedrale (1. Hälfte des
12. Jh.s.) liegt etwas erhöht auf
einem Hügel und ist wegen ihrer Ikonen
und insbesonders der Wandmalereien sehenswert,
mit denen der Mönch Neophytos, Sohn
des kretischen Hagiographen Theophanes
Strelitzas die Kirche im Jahre 1573 ausmalte.
Meisterwerke sind auch der Marmor-Ambo
(Lesepult), das marmorne Tabernakel und
das Synthronon (Klerusbank) im Altarraum.
Nicht weit von der Kathedrale liegt die
Allerheiligen-Kapelle mit Wandmalereien
aus dem 18 Jh. und die Kirche Ai Giannis
Prodromos (Johannes der Täufer),
bei deren Bau Teile eines antiken Tempels
sowie Tafeln mit römischen Inschriften
verarbeitet wurden
Meteora
Die Meteora-Klöster liegen genau
an der Stelle im Zentrum Griechenlands,
wo der Pinios Fluß die Enge des
Pindos-Gebirges verläßt, um
in die thessalische Ebene hinabzufließen.
Wie dunkle Stalagmiten ragen wuchtige
Felsen, von den Stürmen der Zeit
zu diversen Formen gebildet, aus der Erde
und geben den Anschein, als hätte
sie die Natur so geformt, um diejenigen
zu beherbergen, die sich vom Glauben an
Gott geleitet - in die Einsamkeit zurückziehen
und sich einzig und allein der Anbetung
Gottes widmen. Die Klöster mit den
Söllern und Gesimsen krönen
die Gipfel dieser wuchtigen Felsen und
ragen über die Schluchten, abgeschieden
und einsam in einer unvergleichlichen
Landschaft, die mit dem Pindos-Gebirge,
dem Fluß und der weiten Ebene, den
Wäldern, Schluchten und malerischen
Dörfern zu den schönsten Gegenden
der Welt zählt. In spätbyzantinischer
Zeit und während der Türkenherrschaft
war diese Mönchsrepublik oft Zufluchtsort
für Verfolgte. Auf diesen kahlen
und schwer zugänglichen Felsen entstand
ein Zentrum byzantinischer Kunst.
Die Geschichte der Mönchsrepublik
Meteora begann im 11. Jh. Die ersten Eremiten
ließen sich im 9. Jh. in den Schluchten
und Höhlen dieser Felsen nieder.
Am Sonntag und zu den großen kirchlichen
Festen versammelten sie sich auf dem Felsen
von Doupiani bei Kastraki, wo später
auch die Marien-Kirche und das Kloster
errichtet wurden, um die Messe zu lesen.
Im Laufe der Zeit entstand dann daraus
die Skiti (Gemeinschaft) von Doupiani
bzw. Stagi.
Die Entwicklung dieser Mönchsgemeinschaft
läßt sich in Einzelheiten aber
erst ab dem 14. Jh., also etwa 300 Jahre
später verfolgen, als die ersten
Klosterbauten entstanden. Zwischen 1356
und 1372 gründete Athanasios Kinovitis,
auch "Meteoritis" genannt, auf
dem Plateau des höchsten Felskegels
das Metamorphosis-Kloster, das sich später
zum bedeutendsten aller Meteora-Klöster
entwickelte und von da an nur noch das
"Große Meteoron" (das
zwischen Himmel und Erde schwebende) hieß.
Frauen war der Zutritt zum Kloster laut
Erlaß des Athanasios streng untersagt.
Der Sohn des Serbenkönigs Simeon
Uresis und Schüler des Athanasios,
Johannes Uresis, lebte nach seinem Verzicht
auf den Thron lange Jahre als Mönch
loasaph in diesem Kloster, das nicht zuletzt
ihm seinem Reichtum verdankt. Seine Blütezeit
erlebte das Mönchstum auf den Meteora-Felsen
im 15. und 16. Jh. Danach begann der Niedergang;
von den insgesamt 24 Klöstern verfielen
die meisten nach und nach, und heute sind
nur noch 5 bewohnt: das Große Meteoron,
das Varlaam- und das Agia Triada-Kloster
von Mönchen, das Agios Stefanos-
und das Roussanou-Kloster von Nonnen.
Der Besuch jedes einzelnen Klosters ist
sehr interessant. Eine gute asphaltierte
Straße zieht sich zwischen den Klöstern
hin und erleichtert den Besuch. 21 km
sind es ab Kalambaka und zurück und
hierbei kann man die wichtigsten Klöster
besuchen.
Auf der Straße zu den Klöstern
sieht man auf der linken Seite am Fuß
des Felsens die Skiti Doupiani, wo heute
die Muttergottes-Kirche aus dem 12. Jh.
steht. Hier sind auch die Oberreste der
Klöster Pantokrator und Doupiani
zu sehen. Das nächste Kloster an
der Straße zum Großen Meteoron
ist das des Agios Nikolaos Anapafsas (15.
Jh.) Die Kirche wurde um 1510 erbaut und
1527 von dem bedeutendsten Meister der
Kretischen Schule, Theophanes Strelitzas
ausgemalt; diese Wandmalereien sind noch
in sehr gutem Zustand erhalten. In unmittelbarer
Nähe befindet sich die Ruine des
Klosters Agia Moni (1315).
Nach 6 km teilt sich die Straße:
nach Norden zum Großen Meteoron,
nach Süden zum Stefanos-Kloster.
Rechts an der Weggabelung liegt das Nonnenkloster
Moni Roussanou, wahrscheinlich 1288 gegründet,
das 1545 renoviert und zum Kloster umgebaut
wurde; die Wandmalereien aus dem Jahre
1560 sind Werke der Kretischen Schule.
Weiter in Richtung Süden fahrend
erreichen wir das Dreifaltigkeits-Kloster
Agia Triada, zwischen 1458 und 1476 von
dem Mönch Domitios erbaut, das über
eine steile Wendeltreppe mit 140 Stufen
zu erreichen ist.
Am Ende der Straße schließlich
liegt das Nonnenkloster Agios Stefanos,
zu dem ein sehenswertes Museum gehört.
Der Fels, vom Berg durch eine Schlucht
getrennt, ist mit diesem durch eine Brücke
verbunden. Zum erstenmal erwähnt
wird das Kloster in Achiven vom Beginn
des 14. Jh.s., und seit dem Besuch de
Kaisers Andronikos III. Paläologos
führt es den Beinamen "königlich".
In der dem Hlg. Haralambos geweihten Hauptkirche
(1798) wird das Haupt des Heili gen aufbewahrt.
Die ursprüngliche Klosterkirche (1350)
ist reich an Wandmale reien, vergoldeten
Holzschnitzereien und alten Ikonen, die
jeden Besucher tiel beeindrucken.
Wir fahren zur Weggabelung zurück
und nehmen nun die Straße in Richtunc
Norden, die uns zunächst zum Varlaam-Felsen
führt. Das gleichnamige Klo ster,
zu dem man über 195 Stufen hinaufsteigt,
wurde 1517 von Theophanes unc Nektarios,
Söhnen einer reichen Familie aus
Ioannina, an der Stelle neuge gründet,
an der sich einst die Einsiedelei des
Varlaam befunden hatte. Die Hauptkirche
"Allerheiligen" wurde 1548 von
dem bedeutenden Heiligenmaler Frankos
Katelanos ausgemalt, die Wandmalereien
im Narthex datieren aus den Jahr 1566.
Die den drei Hierarchen geweihte Nebenkapelle
wurde 1627 restau riert.
Die Straße endet beim Kloster Meteoron,
dem größten und bedeutendster
aller Klöster. Es konnte in der Vergangenheit
nur über eine Strickleiter oder ir
einem Korb, in dem die Mönche den
Besucher hinaufzogen, erreicht werden
Heute gelangt man über 115 steile,
unregelmäßige in den Felsen
gehauene Stufer hinauf. Sein Reichtum
verhalf Meteoron zur Autonomie sowie zu
wertvoller Kunstwerken, die der Besucher
heute noch bestaunen kann. Man sollte
nich versäumen, auch die Kirche Metamorphosis
(Christi Verklärung) zu besichtigen
Die Kirche mit der zwölfseitigen
Kuppel weist herrliche Wandmalereien vor
Theophanes Strelitzas (1552) und noch
ältere (1484) im Altarraum auf. Bein
Rundgang durch das Kloster stößt
man auf den Speisesaal (heute Museum)
mi dem riesigen Tisch und eine Bibliothek
mit unzähligen Manuskripten unc seltenen
Büchern.
Wenn man von diesen auf den steilen Felsen
stehenden Klöstern einen Blicl über
das Pindos-Gebirge und die thessalische
Ebene davor wirft, kann man di( Eremiten
verstehen, die diesen Ort wählten,
um Gott zu dienen und ihn vielleicht auch
selbst näher zu kommen.
Sonstige interessante
Stätten
Von Trikala führt eine Straße
nach Südwesten, am Portaikos, einem
Pinios-Ne benfluß, entlang und erreicht
durch die Ebene ziehend den Koziakas-Zugang
Hier ist die Enge von Pili, die in der
Antike als Durchgang und schnellster We
von Epirus nach Thessalien diente.
Am Beginn des Koziakas (früher Kerketion)
am Westufer des Flusses, dort, wo die
thessalische Ebene endet und sich die
ersten Berghöhen zeigen, ragen au
einem Felsen Uberreste antiker Mauern
empor. Wie Stephanos Byzantio! anführt,
stand an dieser Stelle die antike Stadt
Pialeia.
An der Stelle "Kleftovrissi"
im nördlichen Koziakas sind noch
einige Überreste der antiken thessalischen
Festungsstadt Phaloiria vorhanden. Gegenüber
den modernen Dorf im Nordwesten liegt
Paleokastro an der Stelle der antiken
Stad Gomfoi. Sie war die letzte westliche
Stadt Thessaliens in der Antike und befand
ich südlich des Pinios zwischen den
Nebenflüssen Portaikos und Pamissos.
Auf einer Anhöhe erbaut, von einmaliger
strategischer Lage, diente die Stadt als
Festung. Sie wurde im Jahre 48 v. Chr.
von Julius Cäsar zerstört, als
sie sich weigerte, ihm im Kampf gegen
Pompejus beizustehen.
Im Nordwesten des Portaikos-Flusses an
der Straßenabzweigung nach Porta-Panagia,
liegt das Kloster Doussikou, (Megalon
Pylon, 6 km nordwestlich des Dorfes) in
600 m Höhe, inmitten eines dichten
Eichenwaldes. Den Bau des Klosters begann
im Jahre 1522 der Hlg. Vissarion. Es ist
von einer 10 m hohen Mauer umgeben. Das
Klostergebäude selbst ist dreistöckig
und besitzt 366 Zellen, sie symbolisieren
die Jahrestage.
Das Refektorium, die Bibliothek mit den
Manuskripten und anderen Kostbarkeiten
sind Zeugen des einstigen Reichtums. Im
Zentrum des Komplexes erhebt sich die
byzantinische Kirche Metamorphosis tou
Sotiros (Verklärung Christi) mit
Wandmalereien von Theophanes (1557). Das
Altargeländer wurde 1767 aus Holz
geschnitzt und im Jahre 1813 von Experten
aus Metsovo vergoldet. An der Westseite
der Kirche liegt die sehenswerte Krypta
mit drei kleinen Kapellen. Frauen ist
der Besuch des Klosters leider untersagt.
Im Westen, inmitten der herrlichen thessalischen
Landschaft, liegt die Enge von Porta.
Die Kirche der Muttergottes zu Porta wurde
1283 vom Herrscher loannis Komnenos Doukas
oder nach anderen Quellen von Andronikos
111 im 14. Jh. erbaut und enthält
schöne Mosaike (Ausk.: Agios Vissarion
- Kloster, Tel. 0434/22.420). Nord-westlich
der Hauptstraße, die Trikala mit
Karditsa verbindet, liegt am Westhang
eines felsigen Hügels Phanari, das
mit der homerischen Stadt "Klomakoessa
Ithomi" ("die felsenreiche")
von der auch Strabo berichtet, identisch
sein soll. An der nordwestlichen Seite
des Hügels sind Reste griechischer
Befestigungsmauern und auf dem Gipfel
eine byzantinische Burg zu sehen.
Am Eingang zum Tempetal, 32 km von Larissa
entfernt, liegt das Landstädtchen
Ambelakia, das einmal nicht wegen seiner
klassischen Vergangenheit berühmt
ist, sondern wegen einer einmaligen Leistung
in neuerer Zeit: im 18 Jh., lange vor
vergleichbaren Organisationsformen in
Westeuropa, gründeten seine Bewohner
die "Gemeinsame Kompanie", die
erste gewerbliche Produktionsgenossenschaft
ihrer Art für die Verarbeitung und
den Export des Markenartikels von Ambelakia,
des roten Baumwollfadens. In ihrer Glanzzeit
zählte die Genossenschaft, die in
allen wichtigen Handelsstädten Europas
Agenturen unterhielt, über 6000 Mitglieder.
Stattliche Zeugen dieser Zeit sind noch
heute zu besichtigen: vor allem das
Herrenhaus
der Familie Schwarz, mit seinen Wandmalereien,
holzgeschnitzten Verzierungen und buntbemalten
Lichtluken, und die Kirchen Agios Georgios,
Agia Paraskevi und Agios Athanasios. Nicht
unerwähnt bleiben soll auch der berühmte
einheimische Rose-Wein, der dem Dorf schließlich
den Namen gab: Ambelakia "Weinberge".
Heute setzen die Frauen von Ambelakia
mit der staatlich geförderten Tourismus-Genossenschaft
"Ferien auf dem Bauernhof" die
Tradition ihrer Vorväter fort.
Nützliche Informationen
Verkehrsverbindungen
Per Bahn: Athen - Larissa; Larissa - Volos;
Athen - Stavros; Stavros - Volos; Stavros
- Karditsa, Trikala, Kalambaka.
Auskünfte: O.S.E. Hauptbüro
Athen Karolou Str. 1-3, Tel. 5222.491
Sowie Sina Str. 6, Tel. 3624.402.
Per Bus: Athen - Karditsa; Athen
- Larissa; Athen - Trikala; Athen - Volos
Auskünfte: Athen, Liossion Str. 260
Nützliche Adressen und Telefonnummern
Touristenpolizeistation: Kalambaka: Hatzipetrou
Str. 10, Tel. (0432) 22.813 Larissa: Papanastasiou
Str. 86, Tel. (041) 227.900
Volos: Alexandras Str. 217, Tel. (0421)
27.094 Meteora-Klöster (Vorwahl 0432)
Großes Meteoron ("Metamorfossi
tou Sotiros"): Tel. 22.278 Varlaam:
Tel. 22.277
Agia Triada: Tel. 22.220
Agios Stefanos: Tel. 22.279
Roussanou: Tel. 22.649
Agios Nikolaos Anapafsas: Tel. 22.375
Heilbäder
Smokovo: 40 km südöstlich von
Karditsa, Bade - und Inhalationskuren,
gegen Rheuma, Arthrits, Erkrankungen der
Atemwege, Frauenleiden.
Kaitsa: 46 km von Karditsa; Arthritis,
allgem, Nervensystem, Kopfschmerzen.
Lokale Veranstaltungen
Ostersonntag:
Trachtentänze in Kalambaka und Kastraki.
Wie überall in Griechenland wird
auch in Thessalien nach altem Brauch das
Lamm "am Spieß gebraten".
Mai:
Die "Karaiskakis" - Spiele,
mit Trachtentänzen, Paraden und nachgestellten
Szenen aus dem Freiheitskrieg gegen die
Türken.
Mai:
Die "Chatzipetria" in Trikala,
mit Sportveranstaltungen und Trachtentänzen.
Camping
Freies Zelten ist überall im Land
untersagt.