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GESCHICHTE OLYMPIAS
UND DER OLYMPISCHEN SPIELE
Das Gebiet um Olympia und der Bereich des
Heiligtums selbst war schon in frühhelladischer
Zeit (ab 3000 v.Chr.) bewohnt. Bis zu Beginn
des zweiten Jahrtausends wurde dort ausser
Rhea und Kronos eine weibliche Gottheit
der Fruchtbarkeit, die Demeter Chamyne verehrt.
In mykenischer Zeit (1.600-1.100 v.Chr.)
gehörte es zum Königreich Pisatis,
dessen Hauptstadt Pisa war.
Der Sage nach, in der sich vermutlich Erinnerungen
an historische Begebenheiten erhalten haben,
hatte Pelops, aus Lydien kommend, im Wagenrennen
den in Pisa herrschenden König Oinomaos
besiegt und so dessen Tochter Hippodameia
und mit ihr die Herrschaft über das
Königreich gewonnen. Er wurde zum Stammvater
des Atridengeschlechts, das später
in Argos herrschte, und gab schliesslich
der ganzen Halbinsel seinen Namen: Peloponnesos,
Insel des Pelops.
Gegen Ende der mykenischen Zeit (1.100 v.Chr.)
übernahmen die Elier, die im Zuge der
Dorischen Wanderung von Norden eingedrungen
waren, die Herrschaft über Olympia
und die umliegenden Lande. Mit ihnen kam
der Zeuskult und die Benennung des Heiligtums
nach dem Götterberg Olymp in Thessalien.
Wie die Griechen glaubten, waren es die
olympischen Götter selbst gewesen,
die sich hier zum erstenmal im Wettkampf
massen. Damals habe Zeus seinen Vater Kronos
im Ringkampf besiegt, während Apollon
im Faustkampf über Ares und im Wettlauf
über Hermes siegreich gewesen sei.
Etwa zur gleichen Zeit habe Herakles die
Olympischen Spiele begründet, indem
er Ort und Abmessungen des ersten Stadions
bestimmte, wo zunächst nur der Wettlauf
ausgetragen wurde. Der Sieger erhielt einen
Kranz aus den Zweigen des wilden Ölbaums
(Kotinos), den Herakles aus dem Land der
Hyperboreer, dem Sitz des hyperboreischen
Apoll, mitgebracht und eigenhändig
in Olympia eingepflanzt hatte. Das Zeusheiligtum
von Olympia, das unter dem Schutz des höchsten
Gottes stand, gewann schnell an Bedeutung
und galt bald in ganz Griechenland als das
eigentliche Kult- und Wettkampfzentrum der
griechischen Welt.
Um Athleten wie Zuschauern die gefahrlose
Anreise zum Heiligtum zu gewährleisten
und die ungestörte Durchführung
der Wettkämpfe zu sichern, wurde vor
Beginn der Spiele die Heilige Waffenruhe
verkündet, während derer für
einen Monat jegliche Feindseligkeiten zwischen
den griechischen Stadtstaaten einzustellen
waren.
Im Laufe der Zeit ergänzte man den
Wettlauf mit anderen Wettkampfarten, die
jedoch aus-schliesslich auf athletische
Kämpfe beschränkt blieben. Erst
hundert Jahre später kam das Wagenrennen
und die anderen Pferderennen hinzu. Gleichzeitig
wurde ganz Elis für dem Zeus heilig
und unverletzlich erklärt.
Die ersten so neugeordneten Olympischen
Spiele wurden 776 v.Chr. ausgetragen, und
dieses Jahr galt den Griechen hinfort als
Beginn der historischen Zeitrechnung. Das
7. Jh.v.Chr. war über weite Strecken
von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen
den Eleern und ihren Nachbarn gekennzeichnet.
Damals gelang es den Pisaten noch einmal,
die Vorherrschaft über das Heiligtum
und damit über die Olympischen Spiele
zu erringen, bis um 580 v.Chr. die wiedererstarkten
Eleer dies Recht zurückgewannen, um
es bis in spätrömische Zeit mit
kurzen Unterbrechungen erfolgreich zu verteidigen.
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Die Spiele wurden alle vier Jahre ausgetragen
und dauerten seit klassischer Zeit fünf
Tage. Der Zeitraum von vier Jahren zwischen
den Spielen wurde "Olympiade"
genannt. Der genaue Zeit-punkt, zu dem sie
jeweils stattfanden, ist nicht überliefert.
Feststeht jedoch, dass er um den ersten
Vollmond nach der Sommersonnenwende lag,
d.h. zwischen der letzten Juliwoche und
der ersten Augusthälfte.
Welche Bedeutung die Griechen den Olympischen
Spielen beimassen lässt sich daraus
ersehen, dass die Olympiaden schon bald
als die Grundlage für die zeitliche
Einordnung aller bedeutenden Ereignisse
ihrer langen und bewegten Geschichte eingeführt
wurde.
Ein Jahr vor Beginn der Spiele sandten die
Eleer, die zuständig waren für
die Durchführung der Spiele, Herolde
in alle Städte Griechenlands und in
alle griechischen Kolonien, die damals über
den ganzen Mittelmerraum verstreut waren,
von den Säulen des Herakles im Westen
bis Unteritalien (Magna Graecia), von Kleinasien
bis zum Schwarzen und zum Asowschen Meer.
Aufgabe dieser "Spondophoroi' (Bringer
des Gottesfriedens) genannten Boten war
es, das Datum zu verkünden, zu dem
die nächsten Spiele und folglich auch
die Waffenruhe beginnen würde. Während
der Dauer dieses Gottesfriedens waren nicht
nur alle kriegerischen Handlungen sondern
auch die Vollstreckung der Todesstrafe untersagt.
Die zahllosen Stadtstaaten aus dem gesamten
griechischen Raum waren bei diesen festlichen,
alle Griechen vereinigenden Veranstaltungen
in Olympia durch "Theoroi" (Zuschauer)
genannte offizielle Gesandte vertreten,
die es bei ihren Auftritten nicht an Prunk
und Pracht fehlen liessen. Am Rande der
Veranstaltungen traten später auch
bedeutende Rhetoren, Geschichtsschreiber
und Philosophen vor die versammelten Griechen.
Über viele Jahrhunderte wurden die
Spiele weiterhin alle vier Jahre ausgetragen.
Bei Beginn der Römerherrschaft aber
(146 v.Chr.) hatten sich bereits die ersten
Anzeichen des Verfalls bemerk-bar gemacht:
Bruch der Waffenruhe und Verletzung der
Heiligkeit des Landes Elis waren keine Seltenheit
mehr und die Spiele selbst hatten viel von
ihrem eigentlichen, kultischen Gehalt verloren.
Eine neue Blütezeit erlebte Olympia
noch einmal unter Kaiser Hadrian, der die
Spiele der neuen Zeit anpasste und die Sportstätten
um neue Bauten erweiterte.
In dieser Form überlebten die Olympischen
Spiele immerhin bis Ende des 4. Jh.s n.Chr.
Im Jahre 393 aber liess der christliche
Kaiser Theodosios I. die heidnischen Spiele
per Dekret verbieten und Kaiser Theodosios
II. 426 gar den Zeustempel in Brand stecken.
Ein Erdbeben vollendete im 6. Jh. schliesslich
das Werk der Zerstörung, das Mensch
und Zeit begonnen hatten. Es war der Alpheios,
der die heilige Stätte gleichsam in
die Neuzeit herüberrettete, indem er
durch Anschwemmungen das, was von dem Heiligtum
übriggeblieben war, im Laufe der Jahrhunderte
unter einer meterhohen Erdschicht begrub.
Die Wiedereinführung der Olympischen
Spiele 1896 geht auf P. Baron de Coubertin
zurück, dem der Grieche Dimitrios Vikelas
mit Begeisterung und Tatkraft zur Seite
stand. Mit Ausnahme der beiden Weltkriege
haben die Spiele, die jedesmal an eine andere
Weltstadt vergeben werden, seither wieder
alle vier Jahre unter Teilnahme von Sportlern
aus allen Ländern der Welt stattgefunden.
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DIE
MUSEEN VON OLYMPIA
NEUES ARCHÄOLOGISCHES MUSEUM
Hier sind alle Funde untergebracht,
die im Laufe der Ausgrabungen in Olympia
gemacht wurden. Zu den grossartigsten
Werken antiker Bildhauerkunst überhaupt
gehören die beiden Marmorgiebel
des Zeustempels. |
Die Darstellung im Ostgiebel
schildert die Vorbereitung zur Wettfahrt
des Pelops mit Oinomaos, König von
Pisa. Im Westgiebel wiederum ist der Kampf
der Kentauren mit den Lapithen abge-bildet,
mit der hoheitsvollen Gestalt des Apollon
im Zentrum.
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Die
Metopen des Tempels schilderten die
12 Taten des Herakles, u.a. wie er Athene
die von ihm getöteten stymphalischen
Vögel zeigt und von Atlas die Apfel
der Hesperiden entgegennimmt. Dann eine
der grossartigsten Skulpturen der klassischen
Zeit: die Statue der wie vom Himmel
herabschwebenden Siegesgöttin Nike
des Paionios, ein Weihgeschenk der Messener
und Naupakter aus dem Jahre 421 v. Chr.
Weitere Höhepunkte sind die Terrakotta-Gruppe
"Zeus entführt Ganymed",
der Kopf der Kolossalstatue der Hera
und schliesslich der berühmte "Hermes
mit dem neugeborenen Dionysos"
des Praxiteles, dem ein ganzer Saal
des Museums gewidmet ist. |
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Die griechischen Städte,
die in den Wettkämpfen siegreich gewesen
waren, pflegten Zeus aus Dankbarkeit Weihgeschenke
darzubringen; gefunden hat man u.a. bronzene
Geräte, dreifüssige Bronzekessel,
Rüstungen, Helme und Schilde.
ALTES MUSEUM VON OLYMPIA
Das erste Archäologische Museum
Griechenlands ausserhalb Athens, 1883-1886
mithilfe einer Schenkung von A. Syngros
errichtet.
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Bis
1970 beherbergte es die Funde der Ausgrabungen
in Olympia. Nach der kürzlich abgeschlossenen
Renovierung sind die Bronzefunde sowie
Material zur Geschichte der Grabungen
und archäologischen Forschung darin
untergebracht. |
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MUSEUM DER OLYMPISCHEN SPIELE
Der Internationalen Olympischen Akademie,
die in Olympia ihren Sitz hat, ist ein Museum
der Olympischen Spiele angeschlossen, das
einen Überblick gibt über die
Spiele in neuerer Zeit bis einschliesslich
1906 und eine einzigartige Briefmarkensammlung
zum Thema Olympische Spiele zeigt.
Tempel
des Epikurischen Apoll
Von Andritsena führt eine Strasse
in südlicher Richtung auf ein Hochplateau,
wo sich die Reste eines der bedeutendsten
Tempel der klassischen Zeit befinden.
Er war dem Apollon Epikourios (dem "Helfer")
geweiht. Dieser grossartige, in abgelegener
Bergeinsamkeit liegende Bau wurde 1765
entdeckt und ist einer der besterhaltenen
Tempel auf der Peloponnes. Baumeister
des um die Jahre 420-410 v.Chr. errichteten
Tempels war der Parthenon-Architekt
Iktinos. |
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Die Einwohner der Stadt Phigaleia hatten
den Tempel Apollon geweiht zum Dank dafür,
dass er sie während des Peloponnesischen
Krieges vor einer Choleraepidemie errettete.
Erbaut ist er aus dem bläulichen Kalkstein
dieser Gegend.
Das Charakteristische an diesem Tempel ist,
dass in ihm alle drei Stilrichtungen der
griechischen Architektur vereint sind: der
dorische, der ionische und der korinthische.
Im Inneren des Tempels war das Gebälk
über den Säulen mit Relief-Friesen
geschmückt, die den Kampf der Griechen
gegen die Amazonen und der Kentauren gegen
die Lapithen darstellten. Sie befinden sich
heute im Britischen Museum.
Die Auffahrt zum Tempel von Bassä ist
ein unvergessliches Erlebnis. Man sieht
den mächtigen Bau sich in der Mitte
eines Hochplateaus erheben, umgeben so weit
das Auge reicht von kahlen oder bewaldeten
Berggipfeln, zu deren Füssen sich kleine
Dörfer verstecken.
Wieder zurück in Andritsena, einer
ländlichen Kleinstadt mit einer Bibliothek,
die für ihre alten Handschriften und
seltenen Ausgaben berühmt ist, empfiehlt
sich ein Abstecher nach Karitena. Sehenswert
in diesem Dorf, das hinter der Brücke
über den Alpheios liegt, ist seine
mittelalterliche Burg, ein sehr schönes
Beispiel für fränkischen Festungsbau.
Westküste
Der Reisende sollte sich nicht darauf beschränken,
Olympia - der Wiege der Olympischen Idee
- und dem Tempel des Epikurischen Zeus von
Bassä seine Reverenz zu erweisen.
| An
der Westküste der Peloponnes gibt
es wunderschöne, kilometerlange
Sandstrände am tiefblauen Meer,
mit herrlichen Sonnenuntergängen
- Loutra Kilinis, Skafidia, Katakolo
und Kaiafa, um nur einige Badeorte zu
nennen, wo man mit Schwimmen, Wassersport
und Sonnenbaden unvergessliche Ferien
verleben kann. |
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