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Messinia

Die Stadt:
Hauptstadt und größter Hafen von Messenien ist Kalamata, ein Name, mit dem jeder Grieche den Volkstanz "Kalamatianos" und die berühmten Seidentücher verbindet, die großen fleischigen Oliven sowie die schwarzen Feigen und das "Pastelli", ein Honiggebäck.

Die Stadt liegt im Schatten ihrer Burg, die im 13. Jh. von den fränkischen Kreuzfahrern unter Wilhelm Villehardouin errichtet wurde; an ihrer Nordflanke steht noch eine kleine byzan-tinische Kirche, die der Panagia Kalomata, d.h. der Mutter-gottes "mit dem guten Blick" geweiht war und nach der, wie man annimmt, das antike Pharai in byzantinischer Zeit in Kalamata umbenannt wurde.


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Vom Burgberg sieht man auf das Meer mit den weiten Sand- und Kieselstränden hinab und landeinwärts auf die fruchtbare grüne Ebene, das "gepriesene Land" der Antike.

Unterhalb der Burg die Altstadt und das Nonnenkloster "Kalogreon", wo die berühmten Seidenstoffe gewebt werden. Von den vielen Kirchen Kalamatas ist die Apostelkirche die älteste (13. Jh.) - in ihr wurde am 23.

März 1821 offiziell der Beginn des Freiheitskampfes gegen die Türken verkündet. Außerdem hat die Stadt ein Archäologisches und ein Volkskunde- Museum, eine Pinakothek und eine Bibliothek mit 60.000 Bänden und einigen seltenen Ausgaben. Höhepunkt des kulturellen Lebens sind jedes Mal die Sommer-Festspiele im Amphitheater der Burg, mit Konzerten und Theateraufführungen des hiesigen Stadttheaters. Gegen Abend, wenn eine kühle Brise vom Meer her aufkommt, belebt sich die Stadt wieder, die in der Mittagshitze wie ausgestorben dagelegen hat.

Besonders um den Hafen und entlang der Uferpromenade ist in den unzähligen Tavernen, Fisch- und Grilllokalen bald kein Tisch mehr frei.


Fahrt über Land
Messenien, das "fruchttragende" Land des Euripides, ist reich mit Wasser gesegnet - ein kostbares Gut in Griechenland, für das in der Antike nicht zuletzt Zeus selbst zuständig war. Überall sprudeln Quellen hervor, bewässern Wiesen und Weiden für Rinder und Schafe, lassen Berge und Hügel ergrünen. Ein blütenreicher Frühling, lange, nicht zu heiße Sommer, ein "goldener" Herbst und milde Winter runden das Bild dieser Landschaft ab.

Unsere Rundreise beginnt in Kiparissia; vom Hang unterhalb der Burg liegen die Häuser hingestreut bis ans Meer, bis an den weiten Strand an den blauen Fluten des Ionischen Meeres, in dem abends die Sonne glutrot versinkt - ein grandioses Schauspiel, besonders von der Burg aus. Rings um den Burgfelsen Olivenhaine und Weinberge so weit das Auge reicht, und ein Licht, das Fernliegendes greifbar nahe rückt - Antike, Byzanz, fränkisches Mittelalter.

Bei Peristera, kurz hinter dem Dorf Rahes (5 km von Kiparissia) sind drei Kuppelgräber entdeckt worden, und je weiter nach Süden man kommt, desto mehr häufen sich Spuren einer dichten Besiedlung in mykenischer Zeit.

Wenige Kilometer hinter Filiatra liegt an einem dichtbewachsenen Hang Gargaliani. Die Aussicht von der Stadt aus lohnt eine Unter-brechung der Fahrt: wie ein riesiger grüner Teppich erstrecken sich silbrig schimmernde Olivenhaine und Rebenfelder bis ans Meer, bis Marathoupoli mit der vorgelagerten kleinen Insel Proti, auf der Reste einer mykenischen Akropolis gefunden wurden. Überall Ölbäume und Weinberge, ein einziges Meer aus grünem Laub in allen Schattierungen, ohne Zäune und Mauern. Auf einem flachen Hügel dann die roten Ziegeldächer von Hora, in dessen engen Gassen das Mittelalter weiterlebt.




PYLOS (Pilos)
(124 km von Pyrgos und 51 km von Kalamata entfernt). Von dem Palast des Königs Nestor, von dem der Blick über die ihn umgebene Ebene und das offene Meer schweift, führt die Straße südwärts nach Pylos,
wo zweimal in der Geschichte - einmal während des Peloponnesischen-Krieges (431 -404 v. Chr.) und das zweite Mal während des griechischen Freiheitskampfes (182.1-1829) - das Schicksal Griechenlands auf dem Spiel stand.






Der Palast des Königs Nestor
In seinem Museum ist all das zu sehen, was die Archäologen in Peristera und im Palast des Nestor, unserem nächsten Ziel, zutage gefördert haben. 4 km südlich von hier, bei Englianos, liegt die mykenische Akropolis mit dem Palast des "weisen Königs" Nestor, Kampfgenosse des Odysseus in Troja und Herrscher im "sandigen Pylos", dem bedeutendsten Zentrum der mykenischen Welt. Im 13. Jh.v.Chr. erbaut, wurde die Akropolis im 12. Jh.v.Chr. durch Feuer völlig zerstört und danach nie wieder aufgebaut.

Die halbe Fläche des Plateaus, das nicht befestigt war, nahm der prächtig ausgestattete zweigeschossige Königspalast ein und die daran angrenzenden Magazine und Werkstätten. Alle Räume des Palastes, nicht nur der große Thronsaal mit dem tönernen Opferherd in der Mitte und die Gemächer der Königin, waren mit Wandmalereien geschmückt, die sich durchaus mit denen im Palast von Knossos vergleichen lassen. Zahlreiche interessante Funde geben Aufschluss darüber, wie die Menschen jener Zeit gelebt haben - die 1250 Tontäfelchen in der erst 1952 entzifferten Linear-B-Schrift, auf denen die Beamten des Königs ihre Berechnungen aufzeichneten, oder auch die bemalte Tonbadewanne mit den Salbgefäßen, genau so wie Homer sie beschrieben hat, und nicht zuletzt auch die Fresken.

Im Umfeld der Akropolis wurden außerdem viele Kuppelgräber freigelegt. Hinter Hora begleitet uns wieder der Ölbaum, dieser gesegnete, der Athene heilige Baum, bis Pilos, das sich im Halbrund in die Bucht von Navarino schmiegt. Weiße zweistöckige Häuser mit blumenge-schmückten Innenhöfen, Bogengängen und Arkaden - man könnte meinen, auf einer Insel zu sein. Mächtige, weit ausladende Platanen beschatten die Straßencafäs auf der Platia der Stadt, die im Westen von der Burg überragt wird, einer der schönsten auf der Peloponnes; sie heißt "Neokastro", um sie von der antiken im NW, der Festung "Paliokastro" oder "Palionavarino" zu unterscheiden.

Unterhalb der Burg dehnen sich die weiten Sandstrände der stillen Bucht von Voidokilia.


Methoni
an der äußersten Südspitze der Westküste war unter dem Namen Pedasos schon im Altertum ein wichtiger Hafen. Bei Homer hat er den Beinamen "rebenreich", und eine Überlieferung will, dass die Stadt in Methoni umbenannt wurde, weil die Esel (oni) beim Transport der Trauben schon vom Geruch trunken (methoun) wurden. Zeugen der venezianischen Herrschaft sind die imposanten Brunnen, in deren marmornen Rand sich im Laufe der Jahrhunderte die Schleifspuren der Zugseile eingegraben haben, und vor allem die gewaltigen Festungsanlagen.









Eine riesige Bogenbrücke überquert den Graben und führt ins Innere der Burg mit ihren endlos langen wuchtigen Mauern, den massiven Türmen und monumentalen Toren. Eine andere Brücke verbindet die Burg mit dem Wehrturm Burzi auf einer kleinen vorgelagerten Insel. Aber Messenien ist hier noch nicht zuende.















Vor uns liegt Finikoundas, ein malerisches Fischerdorf an einer Bucht mit langem Sandstrand, wo Fischkutter und Ruderboote im stillen Wasser dümpeln.











Die Tavernen haben Tische und Stühle dicht am Meer aufgestellt, von dem ein frischer Windhauch herüberweht. Die Straße windet sich nun wie eine riesige Schlange gemächlich durch die grüne Ebene und endet in Koroni, dessen Festung sich mit ihren mächtigen Mauern und hohen Toren wie ein Schiffsbug in den Messenischen Golf schiebt.


Die Stadt unterhalb der Burg bewahrt mit ihren alten Patrizierhäusern, den engen Gassen und Kirchen noch viel vom Aussehen einer mittelalterlichen Siedlung. Draußen im Meer, das durchsichtig klar den Sandstrand umspült, die Insel Venetiko mit traumhaft schöner Küste. In einem Palmenwäldchen zu Füßen der Burg ist in einem kleinen Gebäude ein Museum für Geschichte und Archäologie eingerichtet worden.

Ein paar Kilometer weiter dann Petalidi; eine windgeschützte Bucht mit Sand- und Kiesel-stränden, die sanft ins Meer abfallen, Gärten mit exotischen Bananenstauden - wo soll man anfangen und wo aufhören bei der Schilderung dieses Landes, das so reich ist an landschaftlicher Schönheit...



Zentral-Messenien
Auf der Fahrt durch das messenische Binnenland, durch Dörfer wie vergessene Paradiese, gibt das Land freigebig noch so manches vom Schatz seiner Vergangenheit preis - prähistorische Siedlungen, Ruinen aus antiker Zeit, mittelalterliche Burgen und byzantinische Kirchen warten darauf, entdeckt zu werden, und in jedem Dorf gibt es auch ein Kafenion für die wohlverdiente Ruhepause.



Mavromati (Ithome)
Mavromati ist ein kleines Dorf 32 km vor Kalamata, malerisch zu Füßen des heiligen Berges Ithome (Ithomi) gelagert, auf dessen Gipfel sich im Altertum ein Zeus-Heiligtum befand. Zeus wurde nämlich, wie die Messener glaubten, nicht auf Kreta und nicht auf dem Olymp geboren, sondern hier auf dem Ithome, wo ihn die beiden Nymphen Ithome und Neda in ihre Obhut nahmen. Aus dem Bergesinneren entspringt ein Quell, der in der Mitte des Dorfes aus einem tiefen Spalt hervorbricht, dem "schwarzen Auge" (mavro mati), nach dem das Dorf benannt ist. In diesem kristallklaren, "schönfließenden" (kallirhoi) Quell, der bei Pausanias Arsinoe-Quelle heißt, badeten die Nymphen Zeus als Kind, und dieses Wasser ist es, das die Wiesen und Felder der Mavromater auch heute noch ergrünen lässt.


Messene - Kurzer Rückblick
Nach der Schlacht von Leuktra (371 v. Chr.), die das Ende der spartanischen Vorherrschaft auf der Peloponnes bedeutete, gründete der siegreiche thebanische Feldherr Epameinondas auf dem Berg Ithome die gleichnamige, befestigte Stadt (369 v. Chr.), die später nach der ersten Königin des Landes in Messene umbenannt wurde. Die neue Stadt wurde Hauptstadt der befreiten Messener.



Das antike Messene (Messini)
Reste der eindrucksvollen, von Pausanias so bewunderten Stadtmauer (9 km lang und bis zu 3 m breit), die zu den wohl vollkommensten Befestigungsbauten des 4. und 3. vorchristlichen Jahrhunderts gehört, sind über weite Strecken noch gut zu erkennen. Die mörtellos aufgeschichteten Steinmauern waren in regelmäßigen Abständen durch halbrunde, zweistöckige und zinnenbewehrte Türme unterbrochen, von deren Geschützplattform aus die Verteidigung organisiert werden konnte.

Die 4 Stadttore waren nach der Richtung der jeweiligen Straße benannt und ebenfalls stark befestigt. Am besten erhalten ist das Arkadische Tor im Nordabschnitt der Mauer, durch das die Straße zum arkadischen Megalopolis führte; auf dem Pflaster am Tor sind noch antike Wagenspuren zu erkennen.



Die Stadtmauer zog sich auf zwei Seiten vom Ithome-Gipfel herab und schloss sich im Süden zu einem schützenden Ring um das Stadtgebiet, in dessen Zentrum heute das Dorf Mavromati liegt. Bei den Ausgrabungen sind die wichtigsten Bauten des antiken Messene freigelegt worden, darunter öffentliche Gebäude und Wohnhäuser, Tempel, das Theater, ein Stadion und eine Begräbnisstätte; interessante Funde sind im kleinen Museum des Dorfes zu besichtigen (den Schlüssel zum Museum hat der Wärter).



Das Voulkanou-Kloster
(Panagia Voulkaniotissa)
Zu Füßen des Dorfes Mavromati breitet sich die fruchtbare messenische Ebene aus - Ölbäume und Weinberge wechseln miteinander ab, blühende Gärten und Obstbaumreihen, eingefasst von Brombeerhecken und stachligem Feigenkaktus grenzen an weite Flächen mit wilden Kräutern, Büschen und Sträuchern, und unter dem schattigen Dach lichtgrüner Feigenbäume halten Schafherden ihren Mittagsschlaf.

Auf dem Marktplatz haben Kaffeehäuser und Tavernen ihre Tische im Schatten von Platanen oder Weinlaubdächern aufgestellt und warten auf Gäste. Von Mavromati führt ein Fußpfad hinauf zum Gipfel des Ithome, der heute Voulkano heißt. Über den Funda-menten des Heiligtums des Zeus Ithamatas wurde in byzantinischer Zeit ein Marienkloster errichtet, und zwar, wie die Überlieferung sagt, weil Eremiten an dieser Stelle die Ikone der Muttergottes gefunden hatten. Wandmalereien der kretischen Schule aus dem 16 Jh. sind in gutem Zustand erhalten.

1625 wurde etwas unterhalb des Sattels zwischen dem Voulkano und dem Agios-Vassilios-Hügel das neue Voulkanou-Kloster gegründet; man sieht es hinter den Bäumen auftauchen, wenn man vom Gipfel herabsteigt, vorbei an den Ruinen des Tempels der Artemis oder Laphria und dem Lakonischen Stadttor. Ehrwürdigstes Kleinod des Klosters ist heute die alte Ikone der Panagia Voulkaniotissa, die zu Mariä Himmelfahrt am 15. August in einer feierlichen Prozession wieder zu ihrer ersten Heimstatt oben auf dem Gipfel geleitet wird.

Nicht weit von Mavromati liegt Samari, und vor dem Dorf, bei Kalogerorahi die Samarina-Kirche (oder "Zoodochou Pigis"), eine Kreuzkuppelkirche aus dem 12. Jh. Sehenswert sind der vollendet schöne Glockenturm, der mit Mosaiken ausgelegte Steinplattenboden und die Wandmalereien aus dem 12., 13. und 17. Jh. Einem Wegweiser folgend erreichen wir bald darauf das kleine Landstädtchen Androussa, dem man noch ansieht, dass es im Mittelalter eine der wichtigsten Städte der Peloponnes war.

Man kann sich die relativ gut erhaltene Burg ansehen und ein Aquädukt, das Kaiser Andronikos Paläologos anlegen ließ. Sein Name ist auch mit einem anderen interessanten Bauwerk verbunden, das 12 km von Androussa bei Patralona und Manganiko liegt: dem berühmten "Andromonastiro" (oder "Andriomonastiro"). Das von mächtigen Platanen umgebene Kloster vom Typ der eingeschriebenen Kreuz-kuppelkirche wurde im 12. Jh. laut Überlieferung von eben diesem Kaiser gegründet, wie auch sein Name besagt, und ist mit eindrucksvollen, wenn auch verblichenen Wandmalereien aus dem 12. 13. und 17. Jh. geschmückt.



Messenische Mani
Kalamata gegenüber liegt Almiro - ein kleiner Ort am blauen Meer, darüber der "männliche Berg", der Taygetos. Hier ist das Tor zur Messenischen Mani, dem mittleren "Finger" der peloponnesischen Hand. Man fühlt sich plötzlich in eine andere Welt versetzt - schroff und steil das Gelände, bewaldete Hänge und kahle Gipfel, stille Bäche und reißende Wildwasser, tiefe Schluchten und Katarakte.

Zum Meer hin beruhigt sich das Bild wieder - Mikri Mandinia und Megali Mandinia, Ano Verga und Kato Verga, Avia, Akrogiali, Kitries.

Sand und Kiesel und versteckte Buchten, aber auch Nadelwälder und frische Quellen, einsame Kapellen und verwunschene Grotten mit bizarren Tropfsteinen. Dörfer hoch droben im Bergwald und Fischerdörfer am Meer. Häuser aus Naturstein, mit ge-mauertem Kamin, blühenden Blumen im Innenhof. Kopfsteinpflaster, byzantinische Kirchen und Kastelle. Rauchgeschwärzte Wandmalereien, aber auch Wehrtürme und Wohntürme. Heiligenbilder, aber auch Schießscharten.

Eine in ihrer Wildheit und Gegensätzlichkeit hinreißende Landschaft, in die sich noch bis in unsere Zeit kaum je ein Fremder verirrt hat. Von den Hängen des Taygetos weht ein kühler Hauch herüber, verschwiegene Buchten am Meer locken mit weichem Sand.











Und wieder hohe Türme und Kirchen (Kardamili), steile Abgründe (Dirou-Schlucht), maniotische Wohntürme und malerische Fischerdörfer, dann wieder Buchten, in denen man sich und die Welt vergessen kann (Stoupa), Kirchen mit zierlichem Glockenturm (Thalames, Platsa) - ein Mosaik aus unvergesslichen Eindrücken.





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