Olympia |
Geografie:
Die Westpeloponnes und da vor allem
das Gebiet zwischen Patras und dem
Heiligtum von Olympia gehört
zu den Landschaften, die von der
Natur scheint es besonders reich
bedacht wurden.
Zu beiden Seiten der Strasse, die
von Patras zum antiken Olympia führt,
sieht man malerische Dörfer
und Kleinstädte liegen.
Buchten und Sandstrände ziehen
vorüber und lassen dem Besucher
die Wahl zwischen verschwiegenen
Badebuchten und belebten Strandbädern
mit allem modernen Komfort, wie
Katakolo und Agios Andreas westlich
von Pirgos, Kourouta, Killini und
Kalogria nördlich davon.
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Sehenswürdigkeiten:
Eine Fülle historisch wie archäologisch
äusserst bemerkenswerter Ställen
und Bauten - Ruinen antiker Städte,
byzantinische Kirchen und mittelalterliche
Bingen - zeugen von der benegten Vergangenheit
dieser Region.
In Pirgos biegt die Nationalstrasse
nach Osten ab und durchzieht die fruchtbare
Ebene von Olympia. Am Ausgang des
Tals, unweit des Zusammenflusses von
Alpheios und Kladeos, ist zu Füssen
des von Kiefern bestandenen Kronoshügels
im Laufe der Jahrhunderte eine der
bedeutendsten heiligen Stätten
der Antike entstanden:
das Heiligtum von Olympia. Nirgendwo
sonst hat man körperliche Kraft
und Stärke so sehr verehrt wie
hier ("Ein gesunder Geist in
einem gesunden Körper").
Hier spielen auch einige der schönsten
Sagen und Mythen der Griechen, wie
die Geschichten von der Liebe zwischen
Alpheios und Arethousa, Apollon und
Daphne,
Hippodameia und Pelops. Götter-
und Heldengestalten, die eng verbunden
sind mit der üppigen Vegetation
und dem Reiz der unchtbaren, wasserreichen
Landschaft um Olympia.
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GESCHICHTE OLYMPIAS
UND DER OLYMPISCHEN SPIELE
Das Gebiet um Olympia und der Bereich
des Heiligtums selbst war schon in
frühhelladischer Zeit (ab 3000
v.Chr.) bewohnt. Bis zu Beginn des
zweiten Jahrtausends wurde dort ausser
Rhea und Kronos eine weibliche Gottheit
der Fruchtbarkeit, die Demeter Chamyne
verehrt.
In mykenischer Zeit (1.600-1.100 v.Chr.)
gehörte es zum Königreich
Pisatis, dessen Hauptstadt Pisa war.
Der Sage nach, in der sich vermutlich
Erinnerungen an historische Begebenheiten
erhalten haben, hatte Pelops, aus
Lydien kommend, im Wagenrennen den
in Pisa herrschenden König Oinomaos
besiegt und so dessen Tochter Hippodameia
und mit ihr die Herrschaft über
das Königreich gewonnen. Er wurde
zum Stammvater des Atridengeschlechts,
das später in Argos herrschte,
und gab schliesslich der ganzen Halbinsel
seinen Namen: Peloponnesos, Insel
des Pelops.
Gegen Ende der mykenischen Zeit (1.100
v.Chr.) übernahmen die Elier,
die im Zuge der Dorischen Wanderung
von Norden eingedrungen waren, die
Herrschaft über Olympia und die
umliegenden Lande. Mit ihnen kam der
Zeuskult und die Benennung des Heiligtums
nach dem Götterberg Olymp in
Thessalien. Wie die Griechen glaubten,
waren es die olympischen Götter
selbst gewesen, die sich hier zum
erstenmal im Wettkampf massen. Damals
habe Zeus seinen Vater Kronos im Ringkampf
besiegt, während Apollon im Faustkampf
über Ares und im Wettlauf über
Hermes siegreich gewesen sei.
Etwa zur gleichen Zeit habe Herakles
die Olympischen Spiele begründet,
indem er Ort und Abmessungen des ersten
Stadions bestimmte, wo zunächst
nur der Wettlauf ausgetragen wurde.
Der Sieger erhielt einen Kranz aus
den Zweigen des wilden Ölbaums
(Kotinos), den Herakles aus dem Land
der Hyperboreer, dem Sitz des hyperboreischen
Apoll, mitgebracht und eigenhändig
in Olympia eingepflanzt hatte. Das
Zeusheiligtum von Olympia, das unter
dem Schutz des höchsten Gottes
stand, gewann schnell an Bedeutung
und galt bald in ganz Griechenland
als das eigentliche Kult- und Wettkampfzentrum
der griechischen Welt.
Um Athleten wie Zuschauern die gefahrlose
Anreise zum Heiligtum zu gewährleisten
und die ungestörte Durchführung
der Wettkämpfe zu sichern, wurde
vor Beginn der Spiele die Heilige
Waffenruhe verkündet, während
derer für einen Monat jegliche
Feindseligkeiten zwischen den griechischen
Stadtstaaten einzustellen waren.
Im Laufe der Zeit ergänzte man
den Wettlauf mit anderen Wettkampfarten,
die jedoch aus-schliesslich auf athletische
Kämpfe beschränkt blieben.
Erst hundert Jahre später kam
das Wagenrennen und die anderen Pferderennen
hinzu. Gleichzeitig wurde ganz Elis
für dem Zeus heilig und unverletzlich
erklärt.
Die ersten so neugeordneten Olympischen
Spiele wurden 776 v.Chr. ausgetragen,
und dieses Jahr galt den Griechen
hinfort als Beginn der historischen
Zeitrechnung. Das 7. Jh.v.Chr. war
über weite Strecken von kriegerischen
Auseinandersetzungen zwischen den
Eleern und ihren Nachbarn gekennzeichnet.
Damals gelang es den Pisaten noch
einmal, die Vorherrschaft über
das Heiligtum und damit über
die Olympischen Spiele zu erringen,
bis um 580 v.Chr. die wiedererstarkten
Eleer dies Recht zurückgewannen,
um es bis in spätrömische
Zeit mit kurzen Unterbrechungen erfolgreich
zu verteidigen.
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Die Spiele wurden alle vier Jahre
ausgetragen und dauerten seit klassischer
Zeit fünf Tage. Der Zeitraum
von vier Jahren zwischen den Spielen
wurde "Olympiade" genannt.
Der genaue Zeit-punkt, zu dem sie
jeweils stattfanden, ist nicht überliefert.
Feststeht jedoch, dass er um den ersten
Vollmond nach der Sommersonnenwende
lag, d.h. zwischen der letzten Juliwoche
und der ersten Augusthälfte.
Welche Bedeutung die Griechen den
Olympischen Spielen beimassen lässt
sich daraus ersehen, dass die Olympiaden
schon bald als die Grundlage für
die zeitliche Einordnung aller bedeutenden
Ereignisse ihrer langen und bewegten
Geschichte eingeführt wurde.
Ein Jahr vor Beginn der Spiele sandten
die Eleer, die zuständig waren
für die Durchführung der
Spiele, Herolde in alle Städte
Griechenlands und in alle griechischen
Kolonien, die damals über den
ganzen Mittelmerraum verstreut waren,
von den Säulen des Herakles im
Westen bis Unteritalien (Magna Graecia),
von Kleinasien bis zum Schwarzen und
zum Asowschen Meer. Aufgabe dieser
"Spondophoroi' (Bringer des Gottesfriedens)
genannten Boten war es, das Datum
zu verkünden, zu dem die nächsten
Spiele und folglich auch die Waffenruhe
beginnen würde. Während
der Dauer dieses Gottesfriedens waren
nicht nur alle kriegerischen Handlungen
sondern auch die Vollstreckung der
Todesstrafe untersagt.
Die zahllosen Stadtstaaten aus dem
gesamten griechischen Raum waren bei
diesen festlichen, alle Griechen vereinigenden
Veranstaltungen in Olympia durch "Theoroi"
(Zuschauer) genannte offizielle Gesandte
vertreten, die es bei ihren Auftritten
nicht an Prunk und Pracht fehlen liessen.
Am Rande der Veranstaltungen traten
später auch bedeutende Rhetoren,
Geschichtsschreiber und Philosophen
vor die versammelten Griechen.
Über viele Jahrhunderte wurden
die Spiele weiterhin alle vier Jahre
ausgetragen. Bei Beginn der Römerherrschaft
aber (146 v.Chr.) hatten sich bereits
die ersten Anzeichen des Verfalls
bemerk-bar gemacht: Bruch der Waffenruhe
und Verletzung der Heiligkeit des
Landes Elis waren keine Seltenheit
mehr und die Spiele selbst hatten
viel von ihrem eigentlichen, kultischen
Gehalt verloren. Eine neue Blütezeit
erlebte Olympia noch einmal unter
Kaiser Hadrian, der die Spiele der
neuen Zeit anpasste und die Sportstätten
um neue Bauten erweiterte.
In dieser Form überlebten die
Olympischen Spiele immerhin bis Ende
des 4. Jh.s n.Chr. Im Jahre 393 aber
liess der christliche Kaiser Theodosios
I. die heidnischen Spiele per Dekret
verbieten und Kaiser Theodosios II.
426 gar den Zeustempel in Brand stecken.
Ein Erdbeben vollendete im 6. Jh.
schliesslich das Werk der Zerstörung,
das Mensch und Zeit begonnen hatten.
Es war der Alpheios, der die heilige
Stätte gleichsam in die Neuzeit
herüberrettete, indem er durch
Anschwemmungen das, was von dem Heiligtum
übriggeblieben war, im Laufe
der Jahrhunderte unter einer meterhohen
Erdschicht begrub.
Die Wiedereinführung der Olympischen
Spiele 1896 geht auf P. Baron de Coubertin
zurück, dem der Grieche Dimitrios
Vikelas mit Begeisterung und Tatkraft
zur Seite stand. Mit Ausnahme der
beiden Weltkriege haben die Spiele,
die jedesmal an eine andere Weltstadt
vergeben werden, seither wieder alle
vier Jahre unter Teilnahme von Sportlern
aus allen Ländern der Welt stattgefunden.
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DIE
MUSEEN VON OLYMPIA
NEUES ARCHÄOLOGISCHES
MUSEUM
Hier sind alle Funde untergebracht,
die im Laufe der Ausgrabungen
in Olympia gemacht wurden. Zu
den grossartigsten Werken antiker
Bildhauerkunst überhaupt
gehören die beiden Marmorgiebel
des Zeustempels. |
Die Darstellung
im Ostgiebel schildert die Vorbereitung
zur Wettfahrt des Pelops mit Oinomaos,
König von Pisa. Im Westgiebel
wiederum ist der Kampf der Kentauren
mit den Lapithen abge-bildet, mit
der hoheitsvollen Gestalt des Apollon
im Zentrum.
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Die
Metopen des Tempels schilderten
die 12 Taten des Herakles, u.a.
wie er Athene die von ihm getöteten
stymphalischen Vögel zeigt
und von Atlas die Apfel der Hesperiden
entgegennimmt. Dann eine der grossartigsten
Skulpturen der klassischen Zeit:
die Statue der wie vom Himmel
herabschwebenden Siegesgöttin
Nike des Paionios, ein Weihgeschenk
der Messener und Naupakter aus
dem Jahre 421 v. Chr. Weitere
Höhepunkte sind die Terrakotta-Gruppe
"Zeus entführt Ganymed",
der Kopf der Kolossalstatue der
Hera und schliesslich der berühmte
"Hermes mit dem neugeborenen
Dionysos" des Praxiteles,
dem ein ganzer Saal des Museums
gewidmet ist. |
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Die griechischen
Städte, die in den Wettkämpfen
siegreich gewesen waren, pflegten
Zeus aus Dankbarkeit Weihgeschenke
darzubringen; gefunden hat man u.a.
bronzene Geräte, dreifüssige
Bronzekessel, Rüstungen, Helme
und Schilde.
ALTES MUSEUM VON OLYMPIA
Das erste Archäologische Museum
Griechenlands ausserhalb Athens,
1883-1886 mithilfe einer Schenkung
von A. Syngros errichtet.
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Bis
1970 beherbergte es die Funde
der Ausgrabungen in Olympia. Nach
der kürzlich abgeschlossenen
Renovierung sind die Bronzefunde
sowie Material zur Geschichte
der Grabungen und archäologischen
Forschung darin untergebracht. |
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MUSEUM DER OLYMPISCHEN SPIELE
Der Internationalen Olympischen Akademie,
die in Olympia ihren Sitz hat, ist
ein Museum der Olympischen Spiele
angeschlossen, das einen Überblick
gibt über die Spiele in neuerer
Zeit bis einschliesslich 1906 und
eine einzigartige Briefmarkensammlung
zum Thema Olympische Spiele zeigt.
Tempel
des Epikurischen Apoll
Von Andritsena führt eine
Strasse in südlicher Richtung
auf ein Hochplateau, wo sich die
Reste eines der bedeutendsten
Tempel der klassischen Zeit befinden.
Er war dem Apollon Epikourios
(dem "Helfer") geweiht.
Dieser grossartige, in abgelegener
Bergeinsamkeit liegende Bau wurde
1765 entdeckt und ist einer der
besterhaltenen Tempel auf der
Peloponnes. Baumeister des um
die Jahre 420-410 v.Chr. errichteten
Tempels war der Parthenon-Architekt
Iktinos. |
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Die Einwohner der Stadt Phigaleia
hatten den Tempel Apollon geweiht
zum Dank dafür, dass er sie während
des Peloponnesischen Krieges vor einer
Choleraepidemie errettete. Erbaut
ist er aus dem bläulichen Kalkstein
dieser Gegend.
Das Charakteristische an diesem Tempel
ist, dass in ihm alle drei Stilrichtungen
der griechischen Architektur vereint
sind: der dorische, der ionische und
der korinthische.
Im Inneren des Tempels war das Gebälk
über den Säulen mit Relief-Friesen
geschmückt, die den Kampf der
Griechen gegen die Amazonen und der
Kentauren gegen die Lapithen darstellten.
Sie befinden sich heute im Britischen
Museum.
Die Auffahrt zum Tempel von Bassä
ist ein unvergessliches Erlebnis.
Man sieht den mächtigen Bau sich
in der Mitte eines Hochplateaus erheben,
umgeben so weit das Auge reicht von
kahlen oder bewaldeten Berggipfeln,
zu deren Füssen sich kleine Dörfer
verstecken.
Wieder zurück in Andritsena,
einer ländlichen Kleinstadt mit
einer Bibliothek, die für ihre
alten Handschriften und seltenen Ausgaben
berühmt ist, empfiehlt sich ein
Abstecher nach Karitena. Sehenswert
in diesem Dorf, das hinter der Brücke
über den Alpheios liegt, ist
seine mittelalterliche Burg, ein sehr
schönes Beispiel für fränkischen
Festungsbau.
Westküste
Der Reisende sollte sich nicht darauf
beschränken, Olympia - der Wiege
der Olympischen Idee - und dem Tempel
des Epikurischen Zeus von Bassä
seine Reverenz zu erweisen.
| An
der Westküste der Peloponnes
gibt es wunderschöne, kilometerlange
Sandstrände am tiefblauen
Meer, mit herrlichen Sonnenuntergängen
- Loutra Kilinis, Skafidia, Katakolo
und Kaiafa, um nur einige Badeorte
zu nennen, wo man mit Schwimmen,
Wassersport und Sonnenbaden unvergessliche
Ferien verleben kann. |
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Bergregion
1. Route
Die erste Station ist das Bergdorf Lalas,
das in 600 m Höhe, umgeben von Kirsch-
und Nussbäumen, auf der Foloi-Hochebene
liegt. Jenseits des Dorfes erstrecken sich
weit bis an die Hänge des Erymanthos
lichte Eichenwälder - das geheimnisvolle
Reich der sagenhaften Pferdmenschen, der
Kentauren. Von hier steigt die Straße
durch dichte Bergwälder nach Lambia
(Divri) hinauf (800 m ü.d.M.), das
aus sieben Gemeinden besteht, jede mit ihrem
eigenen Namen, ihrer eigenen Kirche, ihrem
eigenen Brunnen. Ein paar Kilometer weiter
östlich Tripotama, ein Dorf
wie aus dem Märchen, wie alle Bergdörfer
im Hochland von Elis, die uns versteckt
im Grün der Berghänge und in dichten
Wäldern begegnen.
2. Route
Auf der Straße nach Andritsena und
zum Tempel von Bassä (Vasses) kommen
wir durch Kiefernwälder zuerst nach
Krestena und, einer Abzweigung folgend,
zu einem Hügel mit den Ruinen eines
Tempels, der der Athene Skyllountia geweiht
war. In der Mittagshitze verströmen
Mastixstrauch und Thymian ihren würzigen
Geruch. Dann sehen wir vor uns am grünen
Berghang Andritsena liegen - Häuser
aus Naturstein mit rotem Ziegeldach, Brunnen
und Kafenia im Schatten von Platanen, schmale
Pflaster-gassen zwischen Gitterfenstern,
pittoresken Holzbalkonen und blühenden
Innenhöfen.
Einen Besuch lohnt die Stadtbibliothek mit
seltenen Ausgaben antiker und neuerer Klassiker
u.a. aus dem 15. Jh., das Volkskundemuseum
und die Kirchen aus dem 18. und 19. Jh.
Nicht weit von hier die Ruinen des fränkischen
"Palatia-Klosters" von Issova
mit einer gotischen Kirche.
Die Straße zum Apollon-Tempel von
Bassä führt zunächst
durch Kiefernwälder, aber je höher
man kommt, desto karger wird die Landschaft.
Wie aus dem wilden Fels herausgewachsen
erhebt sich dann der dorische, aus blaugrauem
Kalkstein erbaute Säulenhallentempel,
der Apoll "dem Helfer" (Epikourios)
geweiht war; 420 v. Chr. hatte er die Einwohner
des benachbarten Phigaleia (Figalia) vor
der Pest gerettet, und dafür errichtete
die Stadt dem Gott in dieser abgeschiedenen
Bergeinsamkeit in 1130 m Höhe den Tempel,
als dessen Baumeister sie Iktinos gewonnen
hatte, den Architekten des Parthenon.
Heute gehört der nach dem Theseion
besterhaltene Bau zu den großartigsten
Denkmälern griechischer Tempelarchitektur.
Von hier oben kann man auf einer nicht asphaltierten
Straße zu dem kleinen, zwischen Ölbäumen
und Orangenhainen versteckten Bergdorf Figalia
fahren und dort die Reste der antiken Tempelanlage
besichtigen. Auch oberhalb von Lepreo,
der letzten Station unserer Fahrt durch
das Hochland von Elis, sind noch Reste eines
Tempels zu sehen, der der Fruchtbarkeitsgöttin
Demeter geweiht war.
Wie unten im Tal die Neda, wegen ihrer reißenden
Stromschnellen und Katarakte auch "Weißwasser"
genannt, dem Meer zufließt, windet
sich auch unsere Straße hinunter zur
Küste, um dann in die Hauptsraße
zu münden, die nach Zaharo führt.
Das Flachland
Das weite Schwemmland um die Flussmündungen
des Alfios und der Neda ist außerordentlich
fruchtbar - ausgedehnte Kornfelder, Maispflanzungen,
Olivenhaine, Gemüsegärten und
Weinberge sind ein beredtes Zeugnis dafür.
Wenn man von Zaharo, das umgeben von Kiefernwäldchen
und Olivenhainen an einem kilometerlangen
Sandstrand liegt, der Hauptstraße
nach Norden folgt, kommt man nach Kaiafas,
einem bekannten Heilbad. Das schwefelhaltige
Wasser des kleinen Sees mit dem Agia-Akaterini-Eiland
in seiner Mitte, strömt aus zwei Grotten
am Ostufer, der Anigriden- und der Geraneio-Grotte,
in denen im Altertum Nymphen verehrt wurden.
Die
Sage erzählt, der Kentaur Nessos habe
seine Wunde von Herakles vergiftetem Pfeil
im Wasser dieser Quellen ausgewaschen, und
so erkläre sich der unangenehme Geruch,
der über dem See liegt. Von Kaiafas,
das mit seinem endlos langen Sandstrand,
den schattigen Kiefern und dem durchsichtig
klaren Meer auch für einen Badeurlaub
geeignet ist, fährt man die Küstenstraße
weiter und kommt, nachdem man den Alfios
mit seinem Staudamm überquert hat,
zum fränkischen Hafenort Katakolo.
Nördlich davon lag in der Agios-Andreas-Bucht
der antike Hafen Pheia (Fia) und
auf einem Hügel über dem Dorf
die fränkische Ritterburg der Villehardouins,
die heute in Trümmern liegt. In der
Nähe des Dorfes Skafidia etwas
weiter nördlich kann man das byzantinische
Marienkloster (10. Jh.) besichtigen, in
dessen Vorhof ein venezianischer Wehrturm
steht (1686).
In allen Fischerdörfern an dieser Straße
am Meer entlang erwarten uns kleine Strandtavernen,
wo man im Schatten von Mattendächern
oder Weinlauben frischen Fisch probieren
und die Aussicht aufs Meer genießen
kann.
Amaliada, erst im 19. Jh. gegründet,
ist heute dank seiner Lage in einer fruchtbaren
Ebene mit Olivenhainen und Weinbergen nach
Pirgos das wichtigste Handelszentrum der
Region. Ganz in der Nähe liegen zwei
ehemals bedeutende Klöster aus der
Zeit der fränkischen Herrschaft - das
Frankavila-Kloster (2 km) und das Kloster
Agios Nikolaos "Frankopidima"
("zum Frankensprung"), das seinen
Namen einem fränkischen Ritter verdankt,
der sich hier durch einen waghalsigen Sprung
vor seinen Verfolgern rettete.
Nördlich von Amaliada zweigt rechts
eine Seitenstraße ab, die zum antiken
Elis (Ilis) führt, in dem sich jeweils
vor Beginn der Olympischen Spiele fast alle
Wettkämpfer zum Training einfanden.
Bei Ausgrabungen wurden Reste des Theaters,
des Gymnasions und zweier Aphrodite-Heiligtümer
freigelegt. Die Straße endet am Pinios-Staudamm,
einem der größten Erddämme
Europas.
Zurück auf der Hauptstraße fahren
wir durch Gastouni in nördlicher
Richtung weiter nach Andravida, im
Mittelalter Sitz der Fürsten von Achaia
oder "Morea", wie das Land wegen
der vielen Maulbeerbäume (morea) auch
genannt wurde. Sehenswert wegen der wunderbaren
Wandmalereien ist das byzantinische Vlacherna-Kloster
(12. Jh.) in der Nähe des Hafens, von
dem aus Fährverbindung nach Zakinthos
besteht. 6 km südlich von hier liegt
die Hauptburg der fränkischen Fürsten,
die Festung Chlemoutsi (frz. Clermont).
Die 1220 von Geoffroi 1. Villehardouin in
226 m Höhe erbaute Burg galt als die
bedeutendste ihrer Zeit und gehört
heute zu den eindrucksvollsten und besterhaltenen
der Peloponnes.
Noch
weiter südlich kommen wir zu den Kuranlagen
des bekannten Heilbades Kilini (Loutra Killinis),
mit Hotels und Campingplatz. Die Heilkraft
des 25,5° C warmen Wassers wirkt bei
Asthma, rheumatischen und Hautkrankheiten,
und die ganze Anlage mit den von Kiefern
und Eukalyptusbäumen beschatteten Bädern
und der friedlichen Stille ringsum, die
nur vom unermüdlichen "Sägen"
der Grillen unterbrochen wird, zieht Jahr
für Jahr Hunderte von Kurgästen
an.
Hübsche Dörfer im Süden von
Loutra Kilinis sind Arkoudi, Glifa
mit seinem feinsandigen Strand und Buka,
während nach Norden die Straße
über Lehena nach Manolada
führt, das vor allem für seine
Wassermelonen und Käsesorten berühmt
ist.
Von hier kann man durch einen dichten Kiefernwald,
der bis ans Meer hinunter reicht, nach Kounoupeli
fahren, das man wegen der Ruinen einer mykenischen
Burg auf dem Felsen über dem Meer für
das "Hyrmine" Homers hält.
Am Fuß des Felsens, auf dem auch noch
Reste mittelalterlicher Befestigungsbauten
zu erkennen sind, treten Quellen aus, deren
Wasser heilkräftig ist.
KYLLENE
(Kilini) (78 km westlich von Patras). Bei
Lehena zweigt eine Straße nach Kyllene
ab, wo man mit dem Fährschiff nach
Zante (Zakinthos) und Kefallonia übersetzen
kann. In der Nähe befinden sich in
einem Wald von Eukalyptusbäumen die
Heilquellen von Kyllene, (Loutra Kilinis)
die schon in der Antike wegen ihrer Heilkraft
bekannt waren. Die Thermalquellen sind besonders
gegen Erkrankungen der Atmungsorgane wirksam.
Dieses berühmte Heilbad besitzt eine
Anzahl neuer Hotels, hydropathische Anlagen,
einen öffentlichen Strand und einen
organisierten Campingplatz der G.Z.F. Kyllene
ist gleichzeitig c'rn schöner Ferienort
mit seinem kristallklaren Wasser und dem
warmen Sand. In der Nähe von Kyllene
sind die Ruinen der berühmten Festung
von Chlemoutsi, die im 13. Jh. von Gottfried
Villehardouin erbaut wurde.
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