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Arkadisches Land
Leonidio
- Stadt am Meer und in der Ebene. Alte Patrizierhäuser
mit ummauerten Innenhöfen und blühenden
Gärten. Symmetrisch angeordnete Fenster
und Lichtluken, kunstvoll gearbeitete Rauchfänge,
buntbemalte Fensterrahmen, verzierte Hoftore.
Bürgerhäuser mit Holzfußboden
und geschnitzter Decke.
Eine malerische Stadt, in der die Vergangenheit
auf Schritt und Tritt lebendig wird. Weiter
südlich der malerische Fischerhafen
Plaka am Kieselstrand und Poulithra
mit seinen Steinhäusern und einem wunderschönen
Strand. Fischerdörfer auch an der Straße
nach Norden, eins verführerischer als
das andere: Sabatiki und Livadi,
in kleine Buchten geschmiegt. Paralia
Tirou, rundgeschliffene Kiesel kilometerweit.
Agios Andreas, Fischerboote im flimmernden
Blau der Mittagshitze, Tavernen am Strand;
Himmel, Meer und Land in friedvoller Stille.
Paralia
Astros, eine Idylle in Blau und Grün;
das klatschende Geräusch eintauchender
Ruder, Tavernen im dichten Schatten der
Bäume, aus denen der Geruch von gegrilltem
Oktopus zu uns herüberzieht. Ein Fischer
beim Flicken der Netze.
Von Paralia Astros steigt die Straße
in Serpentinen hinauf ins Parnon-Gebirge,
in eine wilde, jungfräuliche Berglandschaft
mit kleinen Dörfern und Höfen
abseits der Straße - Platanos,
Prastos, Agios Petros. Windschiefe Hütten
und Herrenhäuser, Wehrtürme und
Klöster - viele Klöster: Loukous,
Elonas, Paleopanagias, Eortakoustis, Karias,
loanni tou Prodromou. Demut und weltferne
Stille, die seltsam tröstlich wirken,
brennende Kerzen und verblichene Heiligenbilder
an den Wänden.
Das Bergland
Wolkenverhangene Gipfel, tiefe Schluchten,
gähnende Abgründe. Reißende
Wildwasser in der Tiefe, verschwenderisch
reiche Vegetation. Ruinen einst
blühender
Städte der alten Arkader, byzantinische
Kirchen, fränkische Zitadellen. Städte,
Dörfer, Weiler. Holzfäller, Schäfer
und verliebte Schäferinnen. Holzschnitzer,
Handwerker und Maurer, Meister ihres Fachs.
Freie Menschen der Berge, die sich nicht
einzwängen lassen. In der Mitte einer
langgezogenen Hochebene liegt Tripoli,
Hauptstadt der Präfektur, wegen der
fruchtbaren Felder ringsum landwirtschaftliches
Zentrum und wegen der günstigen Lage
Verkehrsknotenpunkt für die gesamte
Peloponnes.
Den Wirren der Zeitläufe trotzend haben
sich die byzantinische Agios-Vassilios-Kirche
und einige klassizistische Häuser erhalten
(in einem von ihnen ist das Archäologische
Museum untergebracht). Nördlich von
hier liegt in 800 m Höhe der hübsche
Marktflecken Levidi, umgeben von
dunklen Tannenwäldern, die bis an den
Horizont reichen. Verlockende Ausflugsziele
lassen uns alle Augenblicke Halt machen.
Zeugen aus der Blütezeit der Antike,
des byzantinischen Kaiserreichs. Byzantinische
Fresken der kretischen Schule im Kloster
Epano Hrepas. Die ruhmreichen Städte
Arkadiens - Tegea und Mantinea in
"lieblicher Gegend", Pallantion,
Assea und Orhomenos, "mächtig
an Herden", wie Homer berichtet. Pelasgische
Mauern, Theater, öffentliche Gebäude.
Der marmorne Tempel der Athena von Alea
(370 v. Chr.) war einer der schönsten
auf der Peloponnes.
Das
Kloster Panagia Gorgoepikoos, der "rasch
Erhörenden", aus dem 10. Jh. mit
Wandmalereien aus dem 16. Jh. Von der "großen
Stadt" des Epameinondas, Megalopolis,
sind Reste der Agora, des Zeustempels und
des Theaters erhalten; Funde aus dem Gebiet
der Ausgrabungen sind im Museum ausgestellt.
Leondari - byzantinische Kirchen
und Ruinen einer fränkischen Burg.
In Likossoura (Lykosoura) stand der
berühmte Tempel der Despoina ("Herrin"),
Göttin der Unterwelt, und Demeter,
Göttin der Fruchtbarkeit (eine Kopiel
der im Tempel gefundenen Despoina-Demeter-Skulptur
ist im Museum zu sehen; das Original befindet
sich im Nationalmuseum Athen).
Danach erreichen wir das malerische Dorf
Likeo und gleich darauf versteckt
unter mächtigen Nussbäumen, Ano
Karyes. Es lohnt sich, von hier aus
zum Gipfel des Likeon hinaufzusteigen. In
1200 m Höhe sind über ein kleines
Plateau verstreut noch Reste eines Pan-Heiligtums,
eines Hippodroms und eines Stadions erhalten.
An dieser Stelle wurden in der Antike die
Lykaion-Spiele zu Ehren des Zeus abgehalten,
an denen nur Männer und Knaben teilnehmen
durften.
Etwas weiter oberhalb der Kampfstätte
befand sich ein großer Altar, auf
dem Zeus Opfer dargebracht wurden. Wie festgekrallt
an einem steilen Felshang dann das Bergdorf
Isari. Unterhalb des Dorfes die kleine
Kuppelkirche der Heiligen Theodora, mit
Wandmalereien aus dem 11. Jh. Aus ihrem
aus Platten gefügten Dach sind im Laufe
der Jahrhunderte 17 riesige Bäume herausgewachsen.
Karitena - mit der mächtigen
Burg der fränkischen Barone auf dem
hohen Felskegel das "griechische Toledo",
alte Steinhäuser, mittelalterliche
Gassen, byzantinische Kirchen. Nicht weit
von hier das antike Gortys und die
idyllische Flusslandschaft des Lousios
(von "louo" = baden), der so gennant
wurde, weil Zeus als Kind einst darin gebadet
wurde...
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Auch
hier viele Klöster, die eine Besichtigung
lohnen - das Kloster Johannes des Täufers
(Moni Prodromou) mit Wandmalerein aus
dem 14. und 16. Jh., das Philosophen-Kloster
(Moni Filosofou) im Flusstal des Loussios,
mit byzantinischen Fresken, und in die
Bergwand hineingebaut das Emialon-Kloster
mit Wandmalereien aus dem 17. Jh. In
1100 m Höhe sieht man dann schon
von weitem die roten Ziegeldächer
von Stemnitsa aus dem frischen
Grün der Bäume auftauchen.
Schöne Kirchen bezeugen, dass im
14. Jh. die Byzantiner hier Einzug gehalten
haben. Wie arkadische Dörfer zur
Frankenzeit ausgesehen haben, zeigt
sehr anschaulich auch das Bergdorf Dimitsana
(1000 m) - gepflasterte Gassen, Holzbalkone,
die Häuser in byzantinischer Tradition
mit Ziegeldach; neben der Kirche die
Pulvermühle und in der Bibliothek
seltene Ausgaben und ein Volkskundemuseum.
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In dichten Nadelwäldern liegt Loutra
Ireas mit seinen Heilquellen und am Hügelhang
sind noch Reste des antiken Heraia zu erkennen.
Vitina (1060 m) gehört zu den
größeren Dörfern, eine wegen
des gesunden Klimas, der Tannenwälder
und rauschenden Bergwasser sehr beliebte
Winterfrische. Hier hat die Holzschnitzerei
eine lange Tradition - alle Arbeiten, von
den Chorschranken in den Kirchen bis zur
Kleinkunst in den Auslagen der Geschäfte
sind von hoher künstlerischer und handwerklicher
Qualität.
Magouliana (1247 m) - alte Steinhäuser
mit Ziegeldach, die in der aufsteigenden
Abenddämmerung versinken, und darüber
die dunkle Silhouette der byzantinischen
Burg. Langadia - prächtige Herrenhäuser
und alte Kirchen.
Oben auf dem Berg, in 1150 m Höhe Valtesiniko,
umgeben von Apfel- und Nuss-bäumen,
Pappeln und Tannen.
Wenn man sich zu den Dorfbewohnern ins Kafenion
setzt, wird man bald feststellen, wie herzlich
und gastfreundlich diese Hochländer
sind, und künstlerisch begabt, wie
man an den Erzeugnissen der Absolventen
der hiesigen Holzschnitzerschule sieht.
Am Berghang, mit Blick auf das Dorf, die
Agios-Georgios-Kirche (1830) mit
einer achteckigen Kuppel und von vielen
Fenstern durchbrochenen Wänden; im
Inneren der Kirche besonders eindrucksvoll
die holzgeschnitzte Chorschranke und die
Betstühle. Einen Kilometer weiter steht
die Mariä-Himmelfahrtskirche (Kimissis
tis Theotokou), Hauptkirche eines 1625 gegründeten
Klosters, mit verblichenen Heiligenbildern
an den Wänden.
Von hier aus ist die Felswand der Agios-Nikolaos-Grotte
zu erkennen, zu der 100 Stufen hinauf führen.
Zwei Kirchen sind in die Grotte hineingebaut
- die eine St. Nikolaos geweiht, die andere
Christi Himmelfahrt, mit Wandmalereien aus
dem Jahre 1570. Schießscharten in
den Wänden und unterirdische Krypten
verraten mehr von der Geschichte Arkadiens
als alle Jahreszahlen...
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