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| Preveza |
Geographie:
Die Präfektur Preveza liegt im
Südwesten des Epirus und grenzt
im Norden an die Prüfekturen Ioannina
und Thesprotia und im Osten-Südosten
an die Präfektur Arta. |
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Die Hauptstadt der Präfektur:
Der Name "Preveza" wird zum erstenmal
in der "Chronik von Morea" (1292)
erwähnt. Entstanden ist die Stadt Ende
des 11. Jh.s als Nachfolgerin des antiken
Nikopolis, und während ihrer bewegten
Geschichte wechselten sich Westgoten, Goten,
Bulgaren, Türken, Venezianer und Franzosen
in der Herrschaft ab. Am 21. Oktober 1912
wurde Preveza befreit und dem griechischen
Staatsgebiet eingegliedert.
Preveza, mit 20.000 Einwohnern die Präfekturhauptstadt,
ist 370 km von Athen entfernt (über Rhio-Antirrhio).
Sie
liegt im äussersten Süden der Präfektur
am Eingang zum Ambrakischen Golf, auf einer
schmalen Halbinsel gegenüber von Aktio.
Der Inselcharakter der Stadt, der so reizvoll
auf den Besucher wirkt, rührt daher,
dass sie an drei Seiten vom Meer umspült
wird. Den Hafen säumen Bauten im typischen
Inselstil, und in der Innenstadt hat sich
die Atmosphäre
der guten alten Zeit in den engen Gassen mit
den alten Häusern, den gemütlichen
Tavernen und Kaffeehäusern bis heute
erhalten.
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Sehenswürdigkeiten:

Es gibt eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten:
die drei Festungen, die in sehr gutem Zustand
erhalten sind - Agios Andreas im Stadtzentrum,
Agios Georgios an der Blauen Küste
und Pantokrator im gleichnamigen Vorort;
die Vrissoula-Bastion und der Uhrturm. Bauten
aus venezianischer Zeit und imposante Zeugen
einer fernen Vergangenheit; die Hauptkirche
Agios Haralambos mit ihrer kunstvoll geschnitzten
und vergoldeten Chorwand und den kostbaren
Ikonen, die bedeutenden Wandmalereien in
der Kirche Agios Athanasios mit ihrem graziösen
Glockenturm und schliesslich die Prophet-Elias-Kirche.
Schöne
Badestrände in Stadtnähe sind
Kiani Akti, Pantokratoras, Alonaki, Monolithi
und Kalamitsi. Bei Paliosaraga, wo Ali Pascha
sich seinen Palast errichtet hatte, gibt
es Heilquellen. Unterkünfte aller Art
sowie Campingplätze, Tavernen, Restaurants,
Bars u.a. findet man in Preveza selbst,
den Vororten und in den benachbarten Küstendörfern.
- Preveza ist ein bedeutendes Kunst- und
Kulturzentrum, mit interessanten Ausstellungen,
Vorträgen und Tagungen. Höhepunkte
im Sommer sind das Internationale Chorfestival
und das beliebte "Sardellenfest"
im August, das wie der Karneval, die Weiberfastnacht
und der traditionelle Rosenmontagsumzug
vom Stadtrat ausgerichtet wird.
Die Westküste:
Wenn man Preveza in Richtung Norden verlässt,
kommt man auf der neuen, parallel zur
Küste verlaufenden Nationalstrasse
Preveza-Igoumenitsa an einer ganzen Reihe
hübscher Küstendörfer vorbei,
mit weichem Sandstrand am durchsichtig-blauen
Ionischen Meer:
Mitikas,
Monolithi - sehr schöner Strand am
geschützten Strandwald -, Knall,
Kastrosikia, Riza, Ligia, Vrahos, Loutsa,
Artolithia, Alonaki, Ammoudia, Lihnos.
Bei Morfi kann man auf einer Abzweigung
nach Parga abbiegen oder auf der Hauptstrasse
in nordwestlicher Richtung nach Igoumenitsa
weiterfahren. Die Küstenroute ist
landschaftlich ausserordentlich reizvoll.
Linkerhand lockt das weite Meer und rechterhand
zieht eine abwechslungs-reiche, üppig-
grüne und zuweilen fast unberührte
Natur von hinreissender Schönheit
vorbei.
Dieser Teil der
Präfektur ist der touristisch am
weitesten entwickelte - vielbesuchte Ferienorte
mit modernen Hotels, Tavernen, Restaurants
und Diskos reihen sich aneinander, und
Campingplätze bieten sich an für
alle, die naturnahen Urlaub verbringen
wollen. Aber es gibt doch auch immer wieder
verschwiegene Buchten, wo man ganz für
sich sein kann, fern vom Trubel der Menge.
Archäologische
und historische Stätten:
- 48 km nordwestlich
von Preveza liegt das kleine Dorf Messopotamos
und nicht
weit von hier, bei der mykenischen Kolonie
Ephvra, das Totenorakel am Acheron. Hier
wurden, so glaubten die Alten Griechen,
die Seelen der Verstorbenen von Hermes,
dem "Seelen-gefeiter", über
den Acherusischen See in den Hades geführt.
An dieser Stelle lag der Eingang zur Unterwelt,
zum Totenreich des Hades. Aus der ganzen
damals bekannten Welt kamen Bittsteller
hierher, um mit Speise- und Trankopfern
die Seelen ihrer geliebten Toren zu beschwören,
auf dass sie Auskunft gäben über
Vergangenes und Zukünftiges.
Das Totenorakel befand sich auf dem Hügel
neben dem - heute ausgetrockneten - Acherusischen
See, in den die drei Unterweltsflüsse
Acheron, Pvrifphlegethon und Kokvtos mündeten.
Das
Orakel wurde im 5, Jh. v.Chr. errichtet
und bestand aus einem dreistöckigen
Bau mit Korridoren und labyrinthartig
verschlungenen Gängen. Zu erkennen
sind noch Korridore, verschiedene Räume
und der zentrale unterirdische Saal. 167
v.Chr. wurde des Heiligtum von den römischen
Eroberern in Brand gesetzt und zerstört.
- Ganz in der Nähe, bei Ammoudia,
gibt es im Mündungsgebiet des Acheron
herrliche Sandstrände. Etwas weiter
oberhalb liegen am Ufer des Flusses das
Dorf Kastri und die Kleinstadt Kanalaki,
ein wichtiger Handelsplatz. Von hier aus
kann man auf einer Brücke den Acheron
überqueren und durch eine wunderschöne
Landschaft nach Gliki weiterfahren. Der
sagenumwobene Fluss ist übrigens
an einigen Stellen so flach, das man hineingehen
kann - ein unvergesslicher Eindruck für
jeden Besucher.
- Über weite Strecken wiederum ist
er ideal geeignet für Kanu- und Kajakfahrten.
- Im Quellgebiet des Acheron liegen die
Souliotohoria, abgelegene Bergdörfer,
die sich auch während der Türkenherrschaft
ihre Selbstverwaltung erhalten hatten.
Bis 1803 Ali Pascha die Einwohner aus
ihren Dörfern vertrieb und bis Zalongo
verfolgte, ein 28 km von Preveza entferntes
Dorf, in dem sie sich verschanzten. Frauen
und Kinder retteten sich auf den steil
aufragenden Stefani-Hügel über
dem Agios-Dimitrios-Kloster. Um nicht
den Soldaten Ali Paschas in die Hände
zu fallen, stürzten sich die Frauen,
ihre Kinder im Arm, singend und tanzend
vom Felsen hinab in den Abgrund. Ein Mahnmal
an dieser Stelle erinnert heute an die
heroischen Frauen von Souli.
- An der Südseite von Zalongo - 2
km nordwestlich vom Dorf Kamarina mit
seinem grossartigen Panoramablick - sind
Reste der antiken Stadt Kassope erhalten.
Wie die bisherigen Ausgrabungen ergaben,
war die vor Mitte des 4. Jh.s v.Chr. gegründete
Stadt
bis in hellenistische Zeit ein bedeutendes
Zentrum und wurde 167 v.Chr. wie alle
anderen Städte des Epirus von den
römischen Eroberern zerstört.
Ihre Einwohner wurden später in Nikopolis,
der neugegründeten "Siegesstadt"
des Augustus zwangsangesiedelt. Interessant
ist die guterhaltene, nach ihrem Erfinder
"hippodamisch" genannte Stadtplanung
mit rechteckigen Häuserblocks und
planvoll angelegten Plätzen sowie
die durchdachte Kanalisation der Stadt.
Das antike Nikopolis:

Die Reste des antiken Nikopolis
liegen 7 km nordöstlich von Preveza.
Gegründet wurde die Stadt von dem
römi schen Kaiser Octavian nach seinem
Sieg über die Flotte von Antonius
und Kleopatra in der Seeschlacht vor Aktium.
Octavian nannte sie "Siegesstadt"
zum Andenken an diesen Sieg, der am Anfang
der Weltherrschaft Roms stehen und das
Ende der altgriechischen Epoche bedeuten
sollte.
Durch gewaltsame Umsiedlung von Einwohnern
aus besiegten und zerstörten Städten
im Epirus, in Akarnania und auf Leukas,
aber auch aus Italien wurde Nikopolis,
dessen Stadtgebiet von riesigen Ausmassen
war, bevölkert und anschliessed von
Befestigungs-mauern umgeben. Diese Mauern
wurden später von den Bvzantinern
erweitert und ausgebaut. Aufgrund seiner
ausserordentlich günstigen strategischen
Lage zwischen Rom und Griechenland, seiner
drei Häfen am Ionischen Meer und
am Ambrakischen Golf sowie der Sonderprivilegien,
die ihm zugesprochen worden waren, konnte
sich Nikopolis zur bedeutendsten Stadt
des Epirus und zu einer der bedeutendsten
der römischen und früh-christlichen
Epoche entwickeln. 63 n.Chr. besuchte
der Apostel Paulus die damals blühende
Stadt, verkündete das Wort Gottes
und erhob Nikopolis zu einem Zentrum des
Christentums.
Der Niedergang begann 373 nach einem verheerenden
Erdbeben und den darauf folgenden Ubertällen
der Goten und Vandalen. 540 liess Justinian
Nikopolis befestigen, und diese byzantinischen
Stadt-mauern sind heute die eindrucksvollsten
Zeubeti aus der Blütezeit der Stadt.
551 wurde sie erneut von den Goten geplündert,
konnte sich. Inder Folge nicht mehr erholen
und war im 11. Jh. vollständig verfallen.
Zeugen einer grossen Vergangenheit sind
die imposanten römischen Bauten:
das Theater, das Odeum - heute wieder
Austragungsort von Sommerfestspielen -,
das Aquädukt, die Bäder, das
Nymphäum, Teile der Stadtbefestigung,
das Augustus-Monument (der älteste
Bau, der den drei griechischen Göttern
Apoll, Poseidon und Ares geweiht war),
das Stadion und das Gvmnasion. Eindrucksvoll
sind auch die Bauwerke aus frühchristlicher
Zeit. Erhalten sind sechs grosse Basiliken
mit seltenen Mosaiken, von denen die Alkvson-
und die Doumetios-Basilika die bedeutendsten
sind. Bei den Ausgrabungen wurden ausserdem
auch Statuen, Sarkophage und Gerät
aus archaischer, römischer und bvzantinischer
Zeit zu Tage gefördert, die jetzt
im Archäologischen Museum von Nikopolis
und Ioannina ausgestellt sind.
Feuchtbiotop Ambrakischer Golf:
Der Ambrakische Golf ist eines der elf
bekanntesten und wichtigsten Feuchtgebiete
Griechenlands. Zusammen mit dem Doppeldelta
von Louros und Arachthos (Gesamtausdehnung
22.000 ha) und einem Lagunensystem am
Nordrand des Golfes (Tsoukalio, Logarou,
Rodia) bildet es ein wertvolles Ökosystem,
das durch das Abkommen von Ramsar geschützt
ist. Als Ganzes bietet es grosse Möglichkeiten
für die Entwicklung von Fischzuchtanlagen,
für die "Daliani" genannte
traditionelle Art des Fischfangs aber
auch für sogen. "sanften"
Tourismus (ökologischen, wissenschaftlichen,
Wander- und Bildungsurlaub). In den drei
Lagunen gibt es Anlagen sowohl für
intensive (künstliche) als auch extensive
(natürliche) Aufzucht von Fischen
und Meeresfrüchten, ausserdem privat
betriebene Anlagen für intensive
Nachzucht.
Die reiche Vegetation von Wasser- und
Salzwasserpflanzen, die Artenvielfalt
und Seltenheit der Fauna, die letzten
Bestände von Uferwäldern (bei
Agios Varnavas), die ausgedehnten Röhrichtzonen
und die grosse Zahl seltener Vögel
machen die grosse Bedeutung dieses Ökosystems
aus. Auf den Sandbänken und Eilanden
im Golf nisten und brüten u.a. auch
einheimische und Zugvögel, die in
Europa selten geworden und vom Aussterben
bedroht sind, darunter der Krauskopfpelikan
in den Lagunen Tsoukalio und Rodia, eine
der letzten Kolonien dieser Art auf dem
Alten Kontinent.
Von der Mündung zu den Quellen
des Louros:
Fast parallel zum Flussbett des Louros
verläuft die Nationalstrasse Preveza-Ioannina,
die eine Reihe ansehnlicher und interessanter
Dörfer miteinander verbindet. 25
km nordöstlich der Hauptstadt, nahe
dem Mündungsgebiet des Louros, liegt
der Marktflecken Louros und etwas weiter
westlich, nicht weit vom antiken Kassope,
das Dorf Oropos.
Wenige Kilometer von Louros entfernt erhebt
sich auf einem dichtbewachsenen Hügel
die Ruine der Burg von Rogoi, einer byzantinischen
Stadt, die nach 1690 verfiel und in Vergessenheit
geriet. Erwähnenswert ist sie u.a.,
weil hier über zwei Jahrhunderte
(1204-1453) die heilige Reliquie des Evangelisten
Lukas aufbewahrt wurde. Auf einer Abzweigung
von der Nationalstrasse kommt man nach
Thesprotiko (38 km nördlich von Preveza);
zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt
gehört die Kirche Mariä Geburt
aus dem 11. Jh., die eindrucksvolle, aus
Naturstein errichtete Schule und etwas
weiter, bei Kastri, Reste der antiken
Stadtmauer sowie eine Marienkirche. Nachbardörfer
sind Krania an den Ausläufern der
Thesprotischen Berge, Nikolitsi, Papadates
und Assos. 45 km nordöstlich der
Hauptstadt und knapp 1 km vom Lourosufer
entfernt liegt Filippiada.
Sehenswert hier der imposante, steinerne
Glockenturm der Agios-Vissarion-Kirche.
Ein lohnender Abstecher führt von
hier zum landschaftlich herrlich gelegenen
Zirou-See. Wenn wir auf der Nationalstrasse
in nördlicher Richtung weiterfahren,
kommen wir nach Agios Georgios, bekannt
durch die gleichnamigen Quellen und ein
antikes Aquädukt. Von hier wurde
das Wasser über das abfallende Gelände
über eine Strecke von 40 km bis hinunter
nach Nikopolis geleitet.
Aus den-selben Quellen werden heute Preveza,
Aua, Filippiada und die Dörfer der
Umgebung mit Wasser versorgt und selbst
noch das Wasserversorgungsnetz von Lefkada
ergänzt.
Östlich von hier befindet sich der
Louros-Staudamm mit dem künstlichen
See, aus dem das Wasserkraftwerk gespeist
wird.Nicht weit von Agios Georgios hat
man in der Asprohaliko-Höhle Steinwerkzeuge
und Tierknochen aus der Mittleren Altsteinzeit
gefunden.
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